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1.500 Euro-Bonus statt Anstellung

Bundesregierung treibt pflegende Angehörige in die Altersarmut.
„Zu einem überwiegenden Teil übernehmen in Österreich Frauen die Pflege von Angehörigen. Indem die Bundesregierung die Anstellung von pflegenden Angehörigen weiterhin ablehnt, treibt sie Hunderttausende bewusst in die Altersarmut“, kommentiert Sylvia Gassner, Vorsitzende des Fachbereichs Soziale Dienste der Gewerkschaft vida, die Ausführungen von ÖVP-Klubchef August Wöginger im Ö1-Morgenjournal am Freitag, den 16. Juli 2021. Mit der ablehnenden Haltung zeige sich wieder einmal, dass die Bundesregierung die Lebensrealitäten der Bevölkerung nicht kennt
 
„Stellt man pflegende Angehörige an, wertet man automatisch die Pensionsansprüche auf, was gerade für Frauen essenziell ist.“
 
Sylvia Gassner, Vorsitzende vida-Fachbereich Soziale Dienste
 
vida-Gewerkschafterin Gassner verweist auf das burgenländische Modell, wo pflegende Angehörige angestellt werden: „Das Modell aus dem Burgenland muss auf ganz Österreich ausgerollt werden.“
Tropfen auf heißen Stein
 
Der von ÖVP-Klubchef Wöginger geforderte 1.500 Euro-Bonus für pflegende Angehörige sei ein Tropfen auf den heißen Stein. „Die Altersarmut wird mit so einem Bonus nicht bekämpft“, ergänzt die vida-Gewerkschafterin, die im Bonus ein Ablenkungsmanöver der Bundesregierung ortet. „Es liegt auf der Hand, dass die Bundesregierung so das Vorantreiben der dringend notwendigen Pflegereform bremst“, so Gassner, die betont, dass sich durch die im Zuge der Anstellung notwendigen Ausbildung auch Berufschancen für pflegende Angehörige ergeben. 
Mehr Personal für die Pflege
 
„Wenn bereits jemand mit der Pflege von Angehörigen betraut war und Kenntnisse besitzt, besteht vielleicht auch Interesse, nach der Beendigung der Betreuung der Angehörigen den Beruf in Krankenhäusern oder Pflegeheimen weiter auszuüben. Es braucht bis zum Jahr 2030 80.000 zusätzliche Beschäftigte in der Pflege, um die bestehenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu entlasten und das System am Laufen halten zu können“, schließt Gassner.
 
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Über uns

Der Fachbereich Soziale Dienste in der Gewerkschaft vida vertritt die ArbeitnehmerInnen in den mobilen Betreuungsberufen (Heimhilfe, Essen auf Räder, Besuchsdienst, Reinigungsdienst), MitarbeiterInnen im Rettungs- und Krankentransport, ArbeitnehmerInnen in Heimen und Internaten (in der Systemerhaltung im Bereich Kinder, Jugend, Studenten, Erwachsene und Pflege- sowie Wohn- und stationäre Betreuungs- und Pflegeeinrichtungen für ältere Menschen, z. B. Küchenpersonal, KöchInnen, HausarbeiterInnen, HausbetreuerInnen, Pflegehilfen, Kindergartenhelferinnen, Abteilungshilfen, KlubbetreuerInnen, Reinigungspersonal) und ArbeitnehmerInnen in privaten Haushalten. Unser zentrales Anliegen in einem kostenorientierten Dienstleistungsbereich ist die stetige Weiterentwicklung der Arbeits- und Lebensbedingungen unserer Mitglieder. Schließlich sind faire Arbeitsbedingungen und gerechte Löhne unabdingbare Voraussetzungen für ein Mehr an Lebensqualität.

Fachbereichsvorsitzende: Sylvia Gassner
Fachbereichssekretärin: Michaela Guglberger