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vida/Klimaschutz: Österreich muss vom Lkw-Transitland zum Bahn-Transitland werden  

Gewerkschaft unterstützt Klimastreik am 25.9. und fordert Investitionen in die Güterbahnen – vida-Blumthaler: Echte Mobilitätswende kann nur so gelingen.

„Österreich muss zum Schutz des Klimas vom Lkw-Transitland zum Bahn-Transitland werden“, fordert Günter Blumthaler, Vorsitzender des Fachbereichs Eisenbahn in der Verkehrsgewerkschaft vida. Die Corona-Krise und der dadurch bedingte Konjunktureinbruch haben zu einer verstärkten Verlagerung des Gütertransports von der Schiene auf die Straße geführt. Das sei eine gefährliche Trendumkehr, die jetzt mit einer Förderung des Güterverkehrs auf der Schiene wieder umgedreht werden müsse. „Es muss wieder mehr Güterverkehr auf die klimafreundliche Schiene gebracht werden, um nicht zuletzt auch die tausenden davon abhängenden Green Jobs in Österreich abzusichern“, betont Blumthaler im Rahmen der heutigen Pressekonferenz zum von Fridays For Future und befreundeten Organisationen organisierten weltweiten Klimastreik am 25. September 2020, der auch von der vida unterstützt wird.

Der Verkehrssektor sei einer der größten Quellen der CO2-Verschmutzung und des Treibhauseffekts. Die Treibhausgasemissionen sind seit 1990 um 67 Prozent angestiegen. Über 90 Prozent der Verkehrsemissionen werden vom Straßenverkehr verursacht. Blumthaler ist davon überzeugt, dass eine echte Mobilitätswende hin zu einem klimafreundlicheren Verkehr nur mit zusätzlichen Investitionen in die Öffentlichen Verkehrsmittel und Förderungen für die Güterbahnen gelingen kann.   

„Die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene ist der schnellste und effizienteste Weg, die immer weiter ansteigenden CO2-Emissionen und die Umweltverschmutzung zu bekämpfen. Ohne den Güterverkehr sind die Klimaziele, bis 2040 klimaneutral zu werden, nicht zu erreichen. In Europa droht dann, dass der Güterverkehr auf der Straße bis 2030 um 30 Prozent zunimmt“, sagt Blumthaler und fügt hinzu, dass laut Studien eine Verdoppelung des Schienengüterverkehrs bereits die Hälfte der nötigen CO2-Einsparungen bringen würde. „Der Bahnstrom im Schienengüterverkehr wird in Österreich vollständig aus erneuerbaren Energien gewonnen“, merkt der vida-Gewerkschafter an.

Die Schieneninfrastruktur für die Erhöhung des Güterverkehrs müsse jetzt ausgebaut werden, fordert Blumthaler. Denn Österreich sei verpflichtet, 36 Prozent des Treibhausgasausstoßes bis 2030 zu reduzieren, sonst drohen Strafzahlungen in Milliardenhöhe. „Ich halte es daher für sinnvoller, lieber jetzt 100 Millionen Euro in die Bahninfrastruktur zu investieren und damit zusätzlich 1.500 neue Green Jobs zu schaffen als über 4 Milliarden Euro an Strafe zu bezahlen. Investitionen in die Bahnen bedeuten zudem auch, Maßnahmen gegen die Rekordjugendarbeitslosigkeit zu setzen – allein bei den ÖBB stehen jetzt schon pro Jahr 2.000 Lehrplätze mit Zukunftsperspektive zur Verfügung“, betont der vida-Gewerkschafter.

Die Gewerkschaft vida fordert die Bundesregierung auf, die Wende im Güterverkehr jetzt in die Hand zu nehmen und mit folgenden Maßnahmen zu forcieren:

  • Maßnahmen ergreifen, um den Modalanteil des Schienengüterverkehrs in Europa bis 2030 auf 30 Prozent zu erhöhen
  • Jedes Produkt, das mehr als 500 Kilometer transportiert wird, muss verpflichtend 80 Prozent der Verkehrsleistung auf der Schiene machen
  • Verladeförderung auch in der Fläche für den Güterverkehr, um die Verlagerung von der Straße auf die Schiene zu beschleunigen und den Kostennachteil der Schiene zu korrigieren
  • Elektrifizierung des Schienennetzes auf 90 Prozent forcieren und Kostenwahrheit: umweltfreundlichen Bahnstrom fair besteuern und von der Elektrizitätsabgabe befreien
  • Anschlussbahnen: Mehr Förderung für die Errichtung von Bahnanschlüssen von Unternehmen sowie eine Förderung für Unternehmen für den Betrieb von Anschlussbahnen. Sonst bleibt der Transport auf der Straße weiterhin wirtschaftlich attraktiver.  

 

 

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