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Offensive Gesundheit: Es ist 5 nach 12! – Protest auch in Linz

Österreichweite Proteste vor Spitälern und Gesundheitseinrichtungen für mehr Geld, mehr Personal und mehr Ausbildungsplätze
Heute, Donnerstag, den 24. Februar 2022 um 12.05 Uhr („5 nach 12“) setzte auch in Linz vor den Krankenhäusern der Barmherzigen Schwestern und Brüder das Spitalspersonal ein Zeichen gegen Arbeitsüberlastung, für eine bessere finanzielle Ausstattung des Gesundheitswesens, für mehr Personal und mehr Ausbildungsplätze. Stellvertretend für die akut fehlenden KollegInnen stellten die Beschäftigten Pappkameraden vor das Krankenhaus, die daran erinnern sollen, wie groß die Personalnot in den oberösterreichischen Spitälern ist.
 
Aufgerufen dazu hatte die „Offensive Gesundheit“, ein Zusammenschluss der Arbeiter- und Ärztekammer sowie der Gewerkschaften im Gesundheits- und Langzeitpflegebereich. Die „Offensive Gesundheit“ startet damit auch die parlamentarische Bürgerinitiative „Achtung Gesundheit! Es ist 5 nach 12!“, die gute Arbeitsbedingungen und faire Bezahlung für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheits- und Langzeitpflegebereich einfordert.
 
„Seit Jahren fordert das Personal lautstark Verbesserungen für die Beschäftigten im Gesundheitswesen, aber unsere Hilferufe verhallen ungehört“, sagt Erwin Deicker, Betriebsratsvorsitzender im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Linz. „Nun setzen wir den nächsten Schritt und fordern die Bevölkerung auf, uns zu unterstützen und die Bürgerinitiative zu unterschreiben.“
 
Ab sofort kann jede interessierte Person durch ihre Unterschrift die parlamentarische Bürgerinitiative unterstützen, indem sie auf der Website www.offensivegesundheit.at das Formular herunterlädt und danach unterschrieben retourniert. In einem zweiten Schritt, sobald die Bürgerinitiative mit diesen ersten Unterstützungen beim Parlament eingereicht wurde, wird die Unterschrift digital möglich sein.
 
Da die ausreichende Versorgung der Bevölkerung unter den gegenwärtigen Umständen nicht mehr gewährleistet werden kann, fordert man im Rahmen der Bürgerinitiative folgende Punkte:
 
  • Umgehend mehr finanzielle Mittel für das Gesundheitswesen und den Ausbau der Langzeitpflege, um die dringendst notwendigen Reformen, unter Einbeziehung der relevanten Stakeholder, rasch umsetzen zu können
  • Umgehende Besetzung vakanter Stellen im Gesundheits- und Langzeitpflegebereich sowie eine zusätzliche Aufstockung des Personals
  • Schaffung von mehr Ausbildungsplätzen für alle Berufsgruppen, die im Gesundheitswesen und in der Langzeitpflege benötigt werden
  • Umgehende Verbesserung der Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten
  • Etablierung einer österreichweiten evidenzbasierten Personalbedarfsberechnung sowie verbindliche Kriterien für die Personaleinsatzplanung als Sofortmaßnahme (Stichwort: keine Nachtdienste allein!)
  • Existenzsichernde finanzielle Entschädigung aller Auszubildenden sowie Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger in den Gesundheits-, Betreuungs- und Sozialberufen
  • Anerkennung von berufsbedingter Arbeit an kranken, beeinträchtigten und pflegebedürftigen Menschen als Schwerarbeit sowie Einführung eines Überbrückungsmodells für Menschen, die aufgrund permanenter Belastungen insbesondere durch Nachtarbeit ein Regelpensionsalter von 65 Jahren schwer erreichen können
  • Flächendeckende Umsetzung der Nachtschwerarbeitsstunden im Krankenhaus sowie in stationären Pflege- und Betreuungseinrichtungen
„Das gesamte Personal im Gesundheits- und Langzeitpflegebereich ist aufgrund der Personalknappheit sowie unzumutbarer Arbeits-, Aus- und Weiterbildungsbedingungen seit Jahren überlastet, sodass ein systemkritischer Punkt bereits überschritten wurde“, betont die „Offensive Gesundheit“.
 
„Wir verlangen von den politisch Verantwortlichen auf Landes- und Bundesebene endlich Taten statt schöner Worte. Die Beschäftigten brauchen endlich eine Entlastung“, sagt Deicker.
 

 

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Der Fachbereich Soziale Dienste in der Gewerkschaft vida vertritt die ArbeitnehmerInnen in den mobilen Betreuungsberufen (Heimhilfe, Essen auf Räder, Besuchsdienst, Reinigungsdienst), MitarbeiterInnen im Rettungs- und Krankentransport, ArbeitnehmerInnen in Heimen und Internaten (in der Systemerhaltung im Bereich Kinder, Jugend, Studenten, Erwachsene und Pflege- sowie Wohn- und stationäre Betreuungs- und Pflegeeinrichtungen für ältere Menschen, z. B. Küchenpersonal, KöchInnen, HausarbeiterInnen, HausbetreuerInnen, Pflegehilfen, Kindergartenhelferinnen, Abteilungshilfen, KlubbetreuerInnen, Reinigungspersonal) und ArbeitnehmerInnen in privaten Haushalten. Unser zentrales Anliegen in einem kostenorientierten Dienstleistungsbereich ist die stetige Weiterentwicklung der Arbeits- und Lebensbedingungen unserer Mitglieder. Schließlich sind faire Arbeitsbedingungen und gerechte Löhne unabdingbare Voraussetzungen für ein Mehr an Lebensqualität.

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