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AUA-Crews entlasten

Fürsorgegespräche: Auf Prävention und Sicherheit setzen - nicht auf Druck!

Bei den Austrian Airlines meldeten sich zuletzt viele Crewmitglieder als überlastet vom Dienst ab. Das Unternehmen bittet die Betroffenen zum Gespräch. Das empfinden viele Beschäftigte als Druck, berichtet das >>> Luftfahrtportal „aerotelegraph“. Die aktuellen Fürsorgegespräche würden beim fliegenden Personal aufgrund von Überlastung geführt. Ursachen sieht die Gewerkschaft in einer verfehlten Dienstplanung. Das Feedback aus den Gesprächen müsse beim Unternehmen zu Anpassungen führen, aber zu keinem Druck bei den MitarbeiterInnen, fordert die vida.

Beschäftigte arbeiten am Limit

Viele Fluggesellschaften bieten im Sommer wieder ein Angebot so üppig wie vor der Pandemie. Zugleich mangelte es an Personal. Das forderte die Beschäftigten bis ans Limit – und manchmal darüber. Auch die Bord-Crews der AUA bringen die wieder richtig vollen Dienstplänen an den Anschlag. MitarbeiterInnen meldeten sich auch mal als überlastet oder übermüdet vom Dienst ab - im Branchenjargon heißt das „unfit to fly“.

„Die Kritik, die wir zunehmend dabei wahrnehmen, ist, dass die Betroffenen diese Fürsorgegespräche als Druck empfinden.“

Daniel Liebhart, Vorsitzender vida-Fachbereich Luftfahrt

Die Zahl solcher „unfit“-Meldungen soll in letzter Zeit um ein Vielfaches über der üblichen Quote gelegen sein, so „aerotelegraph“. Als Reaktion werden viele fliegende KollegInnen vom Unternehmen zu sogenannten Fürsorgegesprächen geladen. Selbst wenn man sich aufgrund der inzwischen unfliegbaren Dienstpläne auch nur ein Mal als unfit gemeldet hat, müsse man bei einer Führungskraft vorsprechen, so ein Betroffener zu „aerotelegraph“.

Prävention und Sicherheit statt Druck

Fürsorgegespräche sind zur Prävention gedacht. Sie dienen dazu, frühzeitig Gesundheitsbelastungen zu erkennen, um danach Abhilfe zu schaffen und etwa Arbeitsabläufe oder Dienstpläne anpassen zu können. So sollen künftig Überlastungen verhindert werden, stellt vida klar. Die AUA-Bordbeschäftigten empfinden die aktuellen Gespräche aber ganz anders, sagt Daniel Liebhart, Vorsitzender des vida-Fachbereichs Luftfahrt: „Die Gespräche erzeugen bei den Beschäftigten Druck. Also genau das Gegenteil, was sie eigentlich bezwecken sollen“. Dies liegt auch daran, dass Vorgesetzte und nicht die Fachstelle die Gespräche führen. Dies widerspricht klar dem Präventionsgedanken. „In einem Flugbetrieb würde dies ebenso dem Sicherheitsgedanken widersprechen, da jede Überlastung auch ein Sicherheitsrisiko beinhaltet“, betont Liebhart gegenüber „aerotelegraph“.

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Der Fachbereich Luft- und Schiffverkehr in der Gewerkschaft vida vertritt die Interessen der ArbeitnehmerInnen, die im Bereich Boden, Bord, Flugsicherung und in der Schifffahrt beschäftigt sind. Hier treffen PilotInnen, FlugbegleiterInnen, LuftfahrzeugtechnikerInnen, FlughafenarbeiterInnen und FluglotsInnen auf Beschäftigte in der Binnen- und Hochseeschifffahrt. Damit sie ihre Arbeit unter guten und sicheren Bedingungen erbringen können, gestaltet vida aktiv mit. Nationale und internationale Vernetzung, Lobbying und kompetente Grundlagenarbeit zählen zu unseren täglichen Aufgaben. Wir achten auf die Einhaltung bestehender Kollektivverträge und Betriebsvereinbarungen, setzen uns für korrekte arbeitsrechtliche Bedingungen und die Verbesserung der kollektivvertraglichen Regelungen ein und verhandeln neue Kollektivverträge. Im Bereich der Schifffahrt machen wir uns gemeinsam mit internationalen Verkehrsgewerkschaften für einheitliche europäische Regelungen und verstärkte Kontrollen stark, um so die Arbeitssituation der Beschäftigten zu verbessern.

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Fachbereichssekretär: Philip Gastinger