Um dir bestmögliches Service zu bieten, speichert vida.at Informationen über deinen Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Website erklärst du dich mit der Verwendung von Cookies einverstanden.

Mehr Infos
vida

Walkout für Safety

Demo für mehr Flugsicherheit

 

 

Der Europäische Verband der Verkehrspiloten (European Cockpit Association), die Europäische Transportarbeiter-Föderation (ETF) sowie zahlreiche andere Verkehrsgewerkschaften und Interessenvertretungen des fliegenden Personals veranstalteten am 22. Jänner 2013 einen europaweiten Aktionstag im Zeichen der Flugsicherheit und drohender überlanger Flugdienstzeiten.

"Walkout for Safety"

Unter dem Motto "Walkout for Safety" haben am Wiener Flughafen - wie auch auf zahlreichen anderen wichtigen europäischen Flughäfen - PilotInnen und Kabinenbesatzungen gegen die geplanten Flugdienstregeln der EU protestiert, damit die Politik endlich hört:

Der Österreichische Verband der Verkehrspiloten (Austrian Cockpit Association) hielt gemeinsam mit dem AUA/Tyroelan Betriebsrat Bord sowie den Gewerkschaften vida und GPA-djp ab 9 Uhr eine Protestveranstaltung ab.   

"Mit den heutigen europaweiten Protesten wollen wir die EU-Bürokraten wachrütteln und auf die völlig unzureichende Neuregelung der Flugdienst- und Ruhezeiten für das fliegende Personal in Europa hinweisen", sagte Horst Pammer, Landesvorsitzender der vida-Niederösterreich im Rahmen der rund 150 TeilnehmerInnen umfassenden Protestveranstaltung am Flughafen Wien. „Die Sicherheit der Crews, der Passagiere und der Bevölkerung, die unter den Flugrouten lebt, ist in Gefahr“, warnt der Vorsitzende der Gewerkschaft vida, Gottfried Winkler im Rahmen des Aktionstages. „Wir fordern die Entscheidungsträger sowie die Mitglieder des Europäischen Parlaments auf, diesen inakzeptablen Regelungsentwurf noch zu ändern. Es muss dafür gesorgt werden, dass in Europa Wirtschaftlichkeit nicht auf Kosten von Sicherheit der Vorrang eingeräumt wird – derartigen Tendenzen werden wir gemeinsam einen Riegel vorschieben.“

„Die Neuregelung der Arbeitszeiten muss sicherstellen, dass ein fundamentales Recht der europäischen Flugpassagiere gewahrt bleibt. Das Recht sicher anzukommen“, bekräftigt auch Gerda Heilegger, Arbeitszeitexpertin der AK Wien.

Die zuständige EU-Behörde, die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) habe diesen Entwurf erarbeitet und dabei die Empfehlungen der von ihr selbst beauftragten Wissenschaftler einfach ignoriert und gefährde somit die Sicherheit. so Pammer, der auch die Wichtigkeit der verstärkten Zusammenarbeit der Gewerkschaften und Berufsgruppen sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene unterstrich. 

Gewerkschaften in vielen Ländern solidarisieren sich mit den Flightcrews und setzen damit ein Zeichen gegen die prekären Arbeitssituationen des Kabinenpersonals“, erklärt Karl Proyer, stv. Bundesgeschäftsführer der GPA-djp (Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier): „Deshalb ist es für uns selbstverständlich, diese Aktion zu unterstützen.“

Es geht auch um Ihre Sicherheit
Oder wollen Sie, dass ein Pilot Ihr Flugzeug landet, nachdem er schon mehr als 22 Stunden wach ist? Das will nämlich die EU mit den neuen Flugdienstzeit-Bestimmungen legalisieren und setzt damit die Sicherheit des fliegenden Personals und der Passagiere aufs Spiel. Besatzungen könnten dann noch immer ein Flugzeug führen, obwohl sie bereits schwer ermüdet sind. Die Folgen von derartiger Ermüdung der PilotInnen und FlugbegleiterInnen könnten katastrophal sein.

Die Interessenvertretungen fordern deshalb, dass wissenschaftliche Erkenntnisse bei der Überarbeitung der europäischen Flugdienstzeit-Bestimmungen angewendet werden. Die Sicherheit der Passagiere muss Vorrang vor den kommerziellen Interessen der Fluggesellschaften haben.  

Bitte unterstützen Sie diese Forderungen und unterschreiben Sie auf www.flugdienstzeiten.at.

Die Unterschriften werden der EU-Kommission und den Abgeordneten des Europäischen Parlaments überreicht, damit sie ihren Kurs ändern.

Unsere Forderungen:

  1. Arbeitszeitregeln müssen sicher sein. Wir brauchen Regeln, die nach wissenschaftlichen Erkenntnissen sicher sind, keinen Deal zwischen EU-Kommission und Airlines.
  2. Müde Crews sind gefährlich. Bei 15-20 Prozent aller Unfälle ist Müdigkeit ein wesentlicher Faktor. Unsere Passagiere und wir haben ein Recht, sicher anzukommen!
  3. Nachtarbeitszeiten von über 10 Stunden sind nach Meinung aller Wissenschafter zu gefährlich. Der Gesetzesentwurf erlaubt noch immer viel längere Dienste von 11 bis 12 Stunden, bei Delays noch wesentlich mehr!
  4. Kein Standby bis zu 23 Tagen Dauer. Schlaf- und Wachzeiten müssen sich nach den Menschen richten. Bis zu 23 Tage Dauer-Standby bringen den Schlafrhythmus völlig durcheinander und sorgen für anhaltende Müdigkeit.
  5. Nach 22 Stunden oder mehr Wachzeit ist sicherer Flugbetrieb nicht möglich. Auch bei Standby müssen sichere Arbeitszeiten gelten!
  6. Wir sind nicht faul! Es geht nicht um weniger Arbeit pro Monat oder Jahr, sondern um eine bessere und sicherere Verteilung der Arbeitszeit. Unsere Einsätze liegen weit jenseits der Normalarbeitszeit von 8 Stunden pro Tag.  
  7. Ist das nur Theorie? Nein! Bei einer Umfrage haben 30 Prozent der Piloten angegeben, dass sie schon einmal unabsichtlich im Cockpit eingeschlafen sind!


>>> Video: "Capt. Dead Tired"

Ansehen und an so viele wie möglich weiterleiten!

Artikel weiterempfehlen

Für dich da! Gewerkschaft vida Fachbereich Luft- und Schiffsverkehr Johann-Böhm-Platz 1
1020 Wien
+43 (0) 1 7007 388 92 +43 (0) 1 534 44 102 520 luft.schiff@vida.at
Über uns

Der Fachbereich Luft- und Schiffverkehr in der Gewerkschaft vida vertritt die Interessen der ArbeitnehmerInnen, die im Bereich Boden, Bord, Flugsicherung und in der Schifffahrt beschäftigt sind. Hier treffen PilotInnen, FlugbegleiterInnen, LuftfahrzeugtechnikerInnen, FlughafenarbeiterInnen und FluglotsInnen auf Beschäftigte in der Binnen- und Hochseeschifffahrt. Damit sie ihre Arbeit unter guten und sicheren Bedingungen erbringen können, gestaltet vida aktiv mit. Nationale und internationale Vernetzung, Lobbying und kompetente Grundlagenarbeit zählen zu unseren täglichen Aufgaben. Wir achten auf die Einhaltung bestehender Kollektivverträge und Betriebsvereinbarungen, setzen uns für korrekte arbeitsrechtliche Bedingungen und die Verbesserung der kollektivvertraglichen Regelungen ein und verhandeln neue Kollektivverträge. Im Bereich der Schifffahrt machen wir uns gemeinsam mit internationalen Verkehrsgewerkschaften für einheitliche europäische Regelungen und verstärkte Kontrollen stark, um so die Arbeitssituation der Beschäftigten zu verbessern.

Fachbereichsvorsitzender: Daniel Liebhart
Fachbereichssekretär: Philip Gastinger