Um dir bestmögliches Service zu bieten, speichert vida.at Informationen über deinen Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Website erklärst du dich mit der Verwendung von Cookies einverstanden.

Mehr Infos
vida

LKW-Abbiegeassistenten: Gewerkschaft vida fordert Maßnahmenbündel

Delfs: Für mehr Sicherheit neben technischen Verbesserungen auch Druck von LKW-LenkerInnen nehmen – EU-weite Standards für Transitland sinnvoll.

Die Gewerkschaft vida unterstützt die Initiative für die Nachrüstung und Ausstattung von LKW mit Abbiegeassistenten. „Wir unterstützen sämtliche Maßnahmen, die geeignet sind, die Zahl der Todesopfer durch Unfälle im Straßenverkehr zu verringern, und allen VerkehrsteilnehmerInnen mehr Sicherheit zu gewährleisten“, sagt Karl Delfs, Bundessekretär für den Bereich Straße in der Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft vida.

Es müsse aber auch europaweit nach einheitlichen Standards nachgerüstet werden, so der vida-Gewerkschafter weiter. Zudem sei für mehr Sicherheit ein Maßnahmenbündel notwendig, bei dem auch die Situation der LKW-LenkerInnen berücksichtigt werden müsse, merkte Delfs an: „Eine rein nationale Lösung wird nicht reichen, das sollte die österreichische Politik aber nicht als Ausrede für Untätigkeit hernehmen. Es ist wichtig, in Europa Rahmenbedingungen zu schaffen, die sicherstellen, dass sich der Wettbewerb nicht ausschließlich über Lohn-und Sozialkosten definiert. Das führt zu kilometerbezogener Bezahlung und dadurch auch zu übermüdeten FahrerInnen“, stellt Delfs fest.

Bezüglich der Sicherheit bedürfe es neben digitalen Maßnahmen für LKW, aber auch Umbauten an der Fahrerkabine und an der Karosserie, fordert Delfs. Aus Befragungen von FahrerInnen und Untersuchungen gehe hervor, dass beispielsweise durch den Einbau von weiter nach unten zur Fahrbahn und zum Gehsteig hin reichenden Seitenfenstern der tote Winkel beim Abbiegen deutlich minimiert werden könnte. Diese dann direktere Sicht würde laut Studien die Reaktionszeit um bis zu 0,7 Sekunden verkürzen. „Das klingt jetzt nicht nach viel. Im Ernstfall kann bei einem Unfall aber der Bruchteil einer Sekunde über Leben und Tod entscheidend sein“, gibt der vida-Gewerkschafter zu bedenken.

Als weitere Maßnahme, schlägt Delfs zudem den Einbau eines größeren und tieferreichenden Unterfahrschutzes bei LKW vor. „Damit wären Fußgeher und Zweiradfahrer besser davor geschützt, unter einen LKW zu geraten. Viele könnten dadurch vor dem Überrollen und anderen tödlichen Verletzungen gerettet werden“, betont Delfs.

Angesichts von 4.000 LKW-Unfällen mit Todesfolgen in Europa dürfe mit einheitlichen EU-Standards zur Hebung der LKW-Sicherheit nicht länger gezögert werden, appelliert Delfs an die Politik. „Auch was die Situation der LKW-FahrerInnen betrifft, ist die Politik aufgefordert, endlich spürbare Verbesserungen bei den Arbeits- und Bezahlungsbedingungen in der EU umzusetzen. Unfairer Wettbewerb führt nur zu nicht ausgeruhten und ständig unter Stress und Druck stehenden FahrerInnen. Ich erwarte mir hier noch mehr Umdenken, auch innerhalb der Branche: Die Mehrheit der LKW-FahrerInnen werden nach Unfällen mit Todesfolgen aufgrund psychischer Folgeprobleme berufsunfähig,“ so Delfs abschließend.

         

 

Für dich da! Gewerkschaft vida Fachbereich Gesundheit Johann-Böhm-Platz 1
1020 Wien
+43 (0) 1 534 44 79 620 +43 (0) 1 534 44 102 410 gesundheit@vida.at
Über uns

Der Fachbereich Gesundheit in der Gewerkschaft vida vertritt eine Vielzahl unterschiedlicher Berufsgruppen, die ein gemeinsames Betätigungsfeld vereint – nämlich das Wohlergehen von Menschen in außergewöhnlichen Lebenssituationen. Hier finden sich sämtliche MitarbeiterInnen von Privatkrankenanstalten und Konfessionellen Einrichtungen Österreichs – von der hochdotierten Primaria bis zur Reinigungskraft. Wir vertreten auch die Beschäftigten der Sozialversicherung. Die MitarbeiterInnen der Bäder und Kuranstalten gehören zu dem vida-Fachbereich sowie ArbeiterInnen in Sauna-, Solarien- und Bäderbetrieben, HeilmasseurInnen und die medizinischen MasseurInnen in selbständigen Ambulatorien für physikalische Behandlungen, sofern es sich nicht um Angestellte oder Beschäftigte in Arztpraxen und Spitälern handelt. Dabei engagieren wir uns für faire Arbeitsbedingungen und gerechte Löhne. Sie sind unabdingbare Voraussetzungen für ein Mehr an Lebensqualität.

Fachbereichsvorsitzender: Gerald Mjka
Fachbereichssekretärin: Farije Selimi

Artikel weiterempfehlen