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Kollektivvertrag und COVID-19

Deine Meinung zählt: Ergebnisse zur Umfrage KV 2020

2019 konnten wir im Eisenbahnsektor mit einer IST-Lohnerhöhung von 2,6 Prozent einen respektablen Abschluss präsentieren. Die Inflation pendelte sich 2019 im Jahresdurchschnitt bei 1,5 Prozentpunkten ein. Auch im Rahmenrecht gab es Highlights wie den Jubiläumsurlaub im KV EU, Verbesserungen beim Verwendungsgruppenwechsel usw. Hier nochmals der Überblick zu den ausverhandelten rahmenrechtlichen Änderungen 2019.

Ein Punkt - die sogenannte Beschäftigungsgarantie - blieb bei den Verhandlungen 2019 jedoch noch offen. Mitte Februar haben wir seitens der Wirtschaftskammer einen Vorschlag zur Umsetzung der Beschäftigungsgarantie erhalten. Erwartungsgemäß gab es unterschiedliche Ansichten bei der Umsetzung. Der vereinbarte Verhandlungstermin für Frühjahr 2020 konnte aufgrund der Corona-Krise und den damit verbundenen Maßnahmen der Bundesregierung nicht stattfinden.
 

6.000 Jobs durch Kurzarbeit gesichert

Der öffentliche Verkehr wurde durch die Maßnahmen der Regierung äußerst hart getroffen. Um Kündigungen weitgehend zu verhindern, lag der Fokus der letzten Wochen fast ausschließlich auf den Sozialpartnerverhandlungen zum neuen Kurzarbeitsmodell. Nach intensiven Wochen ist es uns damit gelungen, im Eisenbahnsektor aktuell über 6.000 Jobs abzusichern.

Kurz vor Beginn der Corona-Maßnahmen endete unsere KV-Umfrage 2020. 

Vielen Dank für eure Teilnahme! 

Die Umfrage hilft uns dabei, eure Prioritäten zu evaluieren und unsere Verhandlungen danach auszurichten.

Alle Gewerkschaftsmitglieder konnten zudem an einem Gewinnspiel teilnehmen. Details zur Verlosung des Gewinns werden wir im Juni bekannt geben. Die KV-Umfrage brachte wie immer eine Flut an Kommentaren an das KV-Team mit sich. Für diesen wertvollen Input bedanken wir uns herzlich.

Unangefochten an der Spitze der Prioritätenliste eurer Anliegen ist die Umsetzung der
Beschäftigungsgarantie in den Kollektivverträgen, dicht gefolgt von einer Arbeitszeitverkürzung für die Branche sowie der Wunsch nach einer spürbaren IST-Lohnerhöhung.

Bei den Forderungen 2020, die wir in der Umfrage zur Abstimmung gebracht hatten, gab es ein klares Ergebnis:

  • planbare Freizeit und Urlaub
  • Kinderzulage im KV EU
  • Höherverwendungsregelung für den KV EU
     

Die Gehaltsverhandlungen 2020 stehen nun unmittelbar bevor. Unbestritten sind die Leistungen des Eisenbahnsektors als wichtiger Systemerhalter während der COVID-19 Krise. Als verlässlicher Partner - egal ob im Personen- oder Güterverkehr - konnten wir abermals unter Beweis stellen, dass wir EisenbahnerInnen da sind, wenn’s drauf ankommt. Diese Leistungen müssen auch bei den Gehaltsverhandlungen entsprechend honoriert werden.

Systemerhalt ohne Eisenbahn nicht möglich

Der Lockdown hat den österreichischen Arbeitsmarkt hart getroffen: 588.234 Personen - ein erschreckender Rekord - waren am 14. April arbeitslos gemeldet. Das bedeutet ein Plus von 277.718 arbeitslosen Personen innerhalb von nur vier Wochen. Die Maßnahmen der Bundesregierung und die daraus resultierenden Konsequenzen dürfen jedenfalls nicht zu weiteren Einsparungen im Eisenbahnsektor führen. Es braucht ein stärkeres Bekenntnis zur Bahn! Vor allem auch hinsichtlich eines dringend benötigten Konjunkturprogramms. Investitionen in das Bahnsystem haben uns 2008 gut durch die Wirtschaftskrise geführt und sollten auch jetzt oberste Priorität haben.

Unsere Schwestergewerkschaft EVG hat gestern zu einem möglichen bevorstehenden Personalabbau bei er DB Alarm geschlagen. Auch in Österreich wurden zuletzt Stimmen seitens der ÖVP laut, dass Staatshilfen nur an Einsparmaßnahmen geknüpft sein können. „In einer solchen Situation darf es kein Pfennigfuchsen und Knausern seitens der Politik geben. Die Bahnen brauchen in diesen schwierigen Zeiten auch durch die europäische Politik entsprechende finanzielle Unterstützung“, bekräftigt Roman Hebenstreit, Vorsitzender der vida.

Wo bleibt der „grüne Verkehr“?

Bereits im Frühjahr 2019 mahnte Günter Blumthaler, Vorsitzender des Fachbereichs Eisenbahn, an den damaligen Verkehrsminister Hofer, dass es höchste Zeit ist, Güterverkehre von der Straße auf die umweltfreundliche Bahn zu verlagern. Die Konzepte für eine klimafreundliche Mobilität liegen auf der Hand und müssen endlich umgesetzt werden.

Jetzt, ein Jahr später, ist wenig „grüner Fortschritt“ zu spüren. Ankündigungen müssen nun rasch umgesetzt werden. Die COVID-19-Krise ist die einmalige Chance für BMK-Ministerin Leonore Gewessler, die Mobilität der Menschen und Güter klimafreundlich auf Schiene zu bringen. Wir fordern die Bundesministerin dringend auf, diese einzigartige Chance nicht zu verschlafen.

 

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Für dich da! Gewerkschaft vida Fachbereich Eisenbahn Johann-Böhm-Platz 1
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Über uns

Der Fachbereich Eisenbahn in der Gewerkschaft vida vertritt die Interessen aller ArbeitnehmerInnen der österreichischen Eisenbahnverkehrs- und Seilbahnunternehmungen. Er vereint Kolleginnen und Kollegen in den unterschiedlichsten Berufen, welche in der Schieneninfrastruktur, der Traktion, den Werkstätten, im Personen- und Güterverkehr oder im Bereich Managementservices beschäftigt sind. Damit die Beschäftigten ihre Arbeit unter guten und sicheren Bedingungen erbringen können, gestaltet vida aktiv mit. Die Sicherung bestehender und die Schaffung neuer Arbeitsplätze gehören genauso zu unseren Zielen wie zukunftsorientierte Einkommen und moderne, sichere und altersgerechte Arbeitsplätze. Nationale und internationale Vernetzung, Lobbying und kompetente Grundlagenarbeit zählen zu unseren täglichen Aufgaben. Darüber hinaus machen wir uns für den Schutz und Ausbau der Daseinsvorsorge im Verkehr stark. Denn ein Aushungern des Öffentlichen Verkehrs kostet nicht nur hunderttausenden ÖsterreicherInnen ihre Mobilität und Chancen, sondern auch tausenden unserer MitarbeiterInnen ihren Arbeitsplatz.

Fachbereichsvorsitzender: Günter Blumthaler
FachbereichssekretärInnen: Sabine Stelczenmayr, Robert Hofmann
Betreuung Seilbahnen: Kajetan Uriach