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Mehr Frauen in Eisenbahnberufe!

Europäische Sozialpartnerkonferenz: Frauenanteil bei den Bahnen in Europa unter 20 Prozent.

Mehr Frauen zur Bahn! Die europäischen Sozialpartner im Bahnsektor Europäische Transportarbeiter-Föderation (ETF) und CER (Vereinigung der Arbeitgeber im europäischen Eisenbahnsektor) haben sich zum Ziel gesetzt, ein Abkommen zur Gleichstellung von Frauen zu verhandeln und den Frauenanteil bei den Bahnen in Europa zu erhöhen. Das war auch das zentrale Thema beim heute von der Gewerkschaft vida und dem ÖBB-Konzern veranstalteten internationalen Dialog zur Beschäftigungssituation von Frauen im Eisenbahnsektor.

Unter dem Titel „
Tackling The Challenge“ diskutierten heute zahlreiche Arbeitgeber- und ArbeitnehmervertreterInnen aus Europa in der Wiener ÖBB-Zentrale. 

"Die demografische Situation in den Eisenbahnunternehmen in ganz Europa erlaubt es dem Eisenbahnsektor nicht mehr, auf die Fähigkeiten, Fertigkeiten und Talente von Frauen zu verzichten."

Giorgio Tuti, Vorsitzende der Schweizer Eisenbahnergewerkschaft und Präsident des sektoralen Sozialdialogs der EU für Eisenbahnen

Der Europäische Sozialdialog ist der richtige Ort für Verhandlungen über wirksame Maßnahmen, mit denen Frauen für alle Berufsgruppen des Eisenbahnsektors gewonnen werden sollen.

Women in Rail Report 2018-Ergebnisse Österreich

Basis der heutigen Diskussionen ist der sogenannte „WiR Report“ (Women in Rail Report), die bis dato einzige geschlechterspezifische statistische Erhebung im Verkehrssektor, die nun bereits zum sechsten Mal durchgeführt wurde. 28 Eisenbahnunternehmen aus 21 europäischen Ländern haben an der Befragung im Jahr 2018 teilgenommen. 

 

ÖBB als Zukuntsbetrieb

Beim Frauenbeschäftigungsanteil in Europa nehmen die ÖBB mit 12,8 Prozent nicht zum ersten Mal den letzten Platz im europäischen Vergleich ein. Den höchsten Frauenanteil hat Schweden mit 40 Prozent. Im Durchschnitt liegt der Anteil bei den Bahnen unter 20 Prozent, was klar unter dem gesamtwirtschaftlichen Frauenanteil bei der Beschäftigung in Europa von 46 Prozent liegt. 

Korinna Schumann, Vizepräsidentin und Bundesfrauenvorsitzende des ÖGB, verwies auf die ÖGB-Forderung nach einem Rechtsanspruch auf gratis Kinderbetreuung für jedes Kind. Das wäre ein wichtiger Schritt, um die Einkommensschere zu schließen, sagte sie.

"In Österreich liegt die Einkommensschere zwischen Frauen und Männern bei 20 Prozent, die Teilzeitquote von Frauen bei 50 Prozent. Frauen tragen einen Großteil der Betreuungspflichten für Kinder und Ältere sowie machten einen Großteil der Hausarbeit. 

Korinna Schumann, Vizepräsidentin und
Bundesfrauenvorsitzende des ÖGB

Die ÖBB sind ein österreichischer Zukunftsbetrieb, der angesichts des anhaltenden Eisenbahnbooms und des Klimawandels noch viel Zukunftspotenzial besitzt. Als staatlichem Unternehmen kommt den ÖBB aber auch eine besondere Verantwortung im Hinblick auf die Beschäftigten zu. 

Am Weg aber lange noch nicht am Ziel

Die stellvertretende Bundesfrauenvorsitzende der Gewerkschaft vida und ÖBB-Holding-Aufsichtsrätin Olivia Janisch ortet einen massiven Aufholbedarf für Frauen bei der Bahn:

"Nicht überall ist Österreich das Bahnland Nummer eins", denn bei der Frauenbeschäftigung ist die Bundesbahn europäisches Schlusslicht!"

Es geht nun darum, die Rahmenbedingungen für die Beschäftigten zu verbessern, etwa im Schichtdienst und im Betriebsdienst - das hilft allen, nicht nur den Frauen. Immerhin gibt es im Jahr 2019 mit 18 Prozent weiblichen Lehrlingen bei den Bundesbahnen einen positiven Trend.
 

Mit den Frauen für die Frauen

„Frauen brauchen die Bahn - die Bahn braucht die Frauen. Mit den Frauen für die Frauen“, bilanzierte die vida-Bundesfrauenvorsitzende positiv über die heutige Konferenz. In ihrem Schlusswort betonte Vondrasek:
 

„Wir GewerkschafterInnen stehen natürlich immer auf der Seite der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Auch bei den jährlichen KV-Verhandlungen achtet die Gewerkschaft vida darauf, dass Frauen-Themen immer gleich mitgedacht werden.“

Eilsabeth Vondrasek, vida Frauenvorsitzende

Obwohl die ÖBB laut Studie bei der Frauenbeschäftigung noch europäisches Schlusslicht sind, konnte in den letzten Jahren sowohl auf gesetzlicher Ebene als auch in der Praxis einiges für die Frauen im Konzern weitergebracht werden. „Wenn Maßnahmen für Frauen gefordert werden, ist es ganz wichtig, vorher immer die Meinungen der Kolleginnen aus den einzelnen Berufsbereichen einzuholen. Schließlich wissen sie ganz genau, was die Frauen vor Ort bei der Ausübung ihrer Eisenbahn-Berufe brauchen“, betonte die Gewerkschafterin.

Bester Anteil im Top-Management

Auffällig an Österreich ist, dass es im Bereich des Top Managements bei den ÖBB mit 27,3 Prozent sowohl einen höheren Anteil im Vergleich zur durchschnittlichen österreichischen Quote von 11,9 Prozent gibt als auch im europäischen Vergleich (22,3 Prozent); im mittleren Management allerdings nicht, da liegen die ÖBB mit 11,7 Prozent wieder deutlich zurück.

Bei den ZugbegleiterInnen nimmt Österreich im europäischen Vergleich wiederum den letzten Platz mit nur 15 Prozent ein, bei den Triebfahrzeugführerinnen sind es bescheidene 2,7 Prozent. Bei den
Lehrlingen liegt der Mädchenanteil bei den ÖBB bei 16 Prozent, wobei nicht zwischen kaufmännischen und technischen Lehrberufen unterschieden wird. Bei den Berufsgruppen FahrdienstleiterInnen, Stellwerk- und Stationsdienst liegt der Frauenanteil bei 7,9 Prozent, bei Instandhaltung Infrastruktur beträgt er 1 Prozent sowie bei den Technischen Services (Werkstätten) 3 Prozent.

 

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Der Fachbereich Eisenbahn in der Gewerkschaft vida vertritt die Interessen aller ArbeitnehmerInnen der österreichischen Eisenbahnverkehrs- und Seilbahnunternehmungen. Er vereint Kolleginnen und Kollegen in den unterschiedlichsten Berufen, welche in der Schieneninfrastruktur, der Traktion, den Werkstätten, im Personen- und Güterverkehr oder im Bereich Managementservices beschäftigt sind. Damit die Beschäftigten ihre Arbeit unter guten und sicheren Bedingungen erbringen können, gestaltet vida aktiv mit. Die Sicherung bestehender und die Schaffung neuer Arbeitsplätze gehören genauso zu unseren Zielen wie zukunftsorientierte Einkommen und moderne, sichere und altersgerechte Arbeitsplätze. Nationale und internationale Vernetzung, Lobbying und kompetente Grundlagenarbeit zählen zu unseren täglichen Aufgaben. Darüber hinaus machen wir uns für den Schutz und Ausbau der Daseinsvorsorge im Verkehr stark. Denn ein Aushungern des Öffentlichen Verkehrs kostet nicht nur hunderttausenden ÖsterreicherInnen ihre Mobilität und Chancen, sondern auch tausenden unserer MitarbeiterInnen ihren Arbeitsplatz.

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