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Gewerkschaft vida/Jugendarbeitslosigkeit: Schuldzuweisungen sind nicht der richtige Weg

vida-Kumar: „Jugendarbeitslosigkeit nicht den Jugendlichen in die Schuhe schieben“

„Es ist schlimm genug, dass junge Menschen keinen Lehrplatz finden, weil es zu wenige Stellen gibt. Dass jetzt Ausbildungsbetriebe die mangelnde Vorbildung kritisieren und dafür auch noch die Jugendlichen beschuldigen, schlägt dem Fass den Boden aus“, sagt vida-Bundesjugendsekretär Sumit Kumar. In einem Artikel in der Wiener Zeitung vom Mittwoch ist zu lesen, dass 90 Prozent der Ausbildungsbetriebe die mangelnde Vorbereitung auf einen Lehrberuf kritisieren. Arbeitsministerin Christine Aschbacher betont im Artikel die Positivwirkung von Kurzarbeit für Lehrlinge, überbetrieblichen Lehren und den Lehrlingsbonus.

Kumar sieht sich in seinen Forderungen, das Thema Jugendarbeitslosigkeit von hinten aufzurollen, bestätigt. „Alle Player müssen sich auf einen Tisch setzen. Es wird nicht reichen, an ein paar Rädchen zu drehen, um die Jugendarbeitslosigkeit zu lösen“, so der Bundesjugendsekretär. Die jungen Menschen würden sich jetzt schon wertlos fühlen, weil sie dutzende Absagen oder überhaupt keine Antworten auf Bewerbungen bekommen. „Jetzt wird ihnen über Umwege mitgeteilt, dass sie gefälligst eine bessere Vorbildung benötigen. Das kann nicht sein.“

In den Augen der Gewerkschaft vida ist es an der Zeit, das Problem der Jugendarbeitslosigkeit endlich im großen Stil zu bearbeiten. Unter anderem fordert die Gewerkschaft einen Corona-Not-Ausbildungsfonds. „Im Bereich Tourismus beispielsweise, der von der Corona-Krise am stärksten getroffen wurde, könnten unter anderem jene Hotels unterstützt werden, die in der Covid-Krise gestolpert sind. Daraus könnten Ausbildungshotels werden“, sagt Kumar.

Außerdem müsse man es staatsnahen Betrieben ermöglichen, über den eigenen Bedarf hinaus Lehrlinge auszubilden. „Und das Wichtigste ist, dass in der Thematik wirklich alle Beteiligten endlich die Gefahr einer Lost Generation erkennen, auch wenn die offiziellen Zahlen auf dem Papier positiv scheinen“, so Kumar. Die Konsequenzen, wenn Jugendliche keinen Ausbildungsplatz finden, können tragisch sein. „Die Wirtschaftskrise in Griechenland hat gezeigt, dass Jugendliche, die keine Lehre oder andere Ausbildung machen können, viel öfter an Depressionen erkranken. Nicht Wenige haben sogar Suizidgedanken, weil sie nicht mehr weiterwissen. Das müssen wir verhindern“, schließt Kumar.

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