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vida Magazin 4/2009

In der Stressfalle?

In der Stressfalle? Mit dieser Frage beschäftigen wir uns in der Juli-August-Ausgabe der vida-Zeitschrift. Wie viele Überstunden leisten die ÖsterreicherInnen trotz Krise und wie viel neue Jobs könnten durch eine Umverteilung der bezahlten Arbeit geschaffen werden? Wie bemerkt man, dass man unter Stress leidet und was kann man dagegen tun? Welche Arbeitszeitmodelle gibt es? Und vieles mehr lesen vida-Mitglieder in der aktuellen vida-Zeitschrift.

Hier der Kommentar vom vida-Vorsitzenden Rudolf Kaske zum Thema:

In der Stressfalle?

Wie ein Hamster im Rad. So fühle er sich, weil er von früh bis spät im Job sei und die Arbeit kein Ende nähme. Erst kürzlich hat mir ein Bekannter darüber sein Leid geklagt. Die ArbeitnehmerInnen in Österreich leisten jährlich hunderte Millionen an Überstunden. Trotz Krise waren es heuer im ersten Quartal 77 Millionen. Zugleich liegt Österreich auch bei den Teilzeitbeschäftigten über dem EU-Schnitt und die Zahl der Arbeitslosen steigt laufend an.

Umverteilen.
Rechnet man die Überstunden in Vollzeitstellen um, hätten dadurch im Vorjahr beinah 185.000 neue Jobs geschaffen werden können. Mir ist klar, dass diese Rechnung nicht eins zu eins umgesetzt werden kann. Im Niedriglohnbereich kämen viele ohne das Leisten von Überstunden nicht über die Runden. 
 Handlungsbedarf zeigen diese Zahlen dennoch auf: die Diskussion über eine Arbeitszeitverkürzung muss ernsthaft geführt werden.
Große Bandbreite.
Dabei ist die unterschiedliche Ausgangssituation in den einzelnen Branchen zu berücksichtigen: In manchen Bereichen gibt es Schichtmodelle mit 32 bis 36 Stunden Normalarbeitszeit. Für andere Beschäftigte, darunter viele aus dem Verkehrs-, Gesundheits- und Dienstleistungsbereich, gilt bei Vollbeschäftigung nach wie vor die 40-Stunden-Woche als normale Arbeitszeit. Hier braucht es eine je nach Branche unterschiedliche Vorgangsweise.
Kaufkraft sichern.
Klar ist, dass die Verkürzung der Arbeitszeit nicht zu einer Verschlechterung des Lebensstandards führen darf. Im Niedriglohnbereich ist eine deutliche Anhebung des Grundentgelts eine Voraussetzung, um die Arbeitszeitverkürzung lebbar zu machen. Derzeit werden den Beschäftigten in zu vielen Branchen überlange Arbeitszeiten abverlangt. Übermüdete Lkw-LenkerInnen im Straßenverkehr, überlastetes Gesundheitspersonal im Krankenhaus, übernächtigte Servicekräfte im Tourismus - das ist oft der Regelfall. Für die Beschäftigten eine gute Balance zwischen Arbeit und Privatleben zu erreichen und gleichzeitig die vorhandene Arbeit fair zu verteilen: das sind die Ziele, die mich darin bestärken, die Debatte über eine Arbeitszeitverkürzung zu führen.

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