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Oberösterreich

Gewerkschaft vida fordert Lösung für Saisonarbeitskräfte im Tourismus

vida-Tusch-Lipitsch: „Viele Fachkräfte müssen Notstandshilfe beantragen, Fixkostenzuschuss jetzt“

„Mit 31. Dezember 2020 ist die Regelung ausgelaufen, dass aufgrund der Corona-Krise die Notstandshilfe in Höhe des Arbeitslosengeldes ausbezahlt wird. Wir haben schon im September darauf hingewiesen, dass das Problem nicht vom Christkind weggezaubert wird, passiert ist trotzdem nichts“, sagt Herman Lipitsch, Vorsitzender der Gewerkschaft vida in Kärnten, der betont, dass aufgrund der Dauer der Krise in den kommenden Tagen und Wochen tendenziell immer mehr und vor allem Saisonbeschäftigte in den Notstand rutschen. „Und gerade jetzt, wo sie es besonders dringend bräuchten, läuft die Regelung ersatzlos aus“, ärgert sich Lipitsch. Während die Regierung Geld für Selbstbeweihräucherung und virtuelle Sandburgen wie das Kaufhaus Österreich zum Fenster hinauswirft, breche sie einmal mehr ihr Versprechen vom Frühjahr, dass niemand zurückgelassen wird. Die Regelung müsse auf die tatsächliche Dauer der Krise verlängert werden.

Mit der Verbesserung der Notstandshilfe allein sei es allerdings noch nicht getan. „Es braucht endlich eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes. Und wenn es nur für die Betroffenen aus Branchen ist, die seit Monaten auf der AMS-Wartebank sitzen müssen, weil ihr Betrieb nicht aufsperren kann und nicht einmal Kurzarbeit eine Option ist. Und nicht nur, weil die KollegInnen sich schuldlos in dieser Lage befinden, sondern auch als Investition in die Zukunft“, sagt vida-Gewerkschafter Lipitsch, der auf die Diskussion um den Fachkräftemangel verweist.

Betroffene KollegInnen im Tourismus, die alle arbeiten wollen, aber nicht dürfen, würden sich schon allein aus dem persönlichen wirtschaftlichen Druck heraus zunehmend in andere Branchen orientieren müssen. Interessiertem Fachkräfte-Nachwuchs, der die aktuelle Situation mitbekommt, werde darüber hinaus von der Regierung mit ihrer Untätigkeit signalisiert, dass der Tourismus zukünftig ein Bereich sein könnte, der finanziell gesehen für ArbeitnehmerInnen eine Sackgasse und eine Bedrohung für die Lebensplanung ist. „Wenn hier nicht rasch etwas getan wird, dann werden die Betriebe, die die Corona-Krise überstehen, gleich wieder zusperren müssen, weil sie dann wirklich niemanden mehr finden werden, der kocht oder die Gäste bedient“, so Lipitsch.

„Für die Bewältigung der Krise ist formal die Bundesregierung zuständig. Viele Beschäftigte können aber nicht so lange warten und wissen oft auch gar nicht, an wen sie sich wenden sollen, wenn sie in eine wirtschaftliche Notlage geraten“, unterstreicht Berend Tusch, Vorsitzender des Fachbereichs Tourismus der Gewerkschaft vida, die Ausführungen von Lipitsch. Die Beratungen mit den Mitgliedern teilen sich aktuell in zwei Bereiche: Zum einen KollegInnen etwa aus dem Gesundheitsbereich, die sich kaum noch auf den Beinen halten können, weil die Belastung so hoch ist, und zum anderen Beschäftigte, die vor den wirtschaftlichen Trümmern ihrer Existenz stehen. „Wir müssen die Arbeitgeber leider regelmäßig daran erinnern, dass das Arbeitsrecht in der Krise nicht abgeschafft ist, bei allem Verständnis für die aktuelle Lage“, so Tusch weiter.

Das Kurzarbeitsmodell hat bis jetzt Schlimmeres verhindert, daneben gäbe es aber trotzdem Tausende Arbeitslose, die nicht mehr weiterwissen und massive Zukunftsängste haben. Um zumindest etwas Druck von den Schultern der ArbeitnehmerInnen zu nehmen, brauche es einen Fixkostenzuschuss, immerhin ist die Preissteigerung bei Ausgaben des täglichen Lebens doppelt so hoch wie die Inflation, wie der Warenkorb Österreich zeigt. „Nachdem die Betriebe mit Fixkostenzuschüssen unterstützt werden, darf auf die Kolleginnen und Kollegen nicht vergessen werden. Es braucht einen Fixkostenzuschuss für Beschäftigte. Daran führt kein Weg vorbei. Immerhin hat Kanzler Kurz versprochen, dass niemand zurückgelassen wird – koste es, was es wolle“, schließt Tusch.

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