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Equal Pay Day 2022

vida-Frauen fordern: „Care-Krise“ lösen – Frauen besser bezahlen.

Der bundesweite Equal Pay Day (EPD) fällt heuer auf den 30. Oktober. Frauen verdienen in Österreich um 17 Prozent weniger als Männer, ab dem 30. Oktober arbeiten sie damit statistisch gesehen bis zum Jahresende gratis. Berücksichtigt man auch Teilzeitbeschäftigte, verdienen Männer sogar um 36 Prozent mehr. Für vida-Bundesfrauenvorsitzende Olivia Janisch ist es Ziel, gleiches Gehalt für Frauen und Männer zu erreichen und den Equal Pay Day abzuschaffen. Der heurige Wert von 17 Prozent liegt auch weniger an einer Verbesserung, sondern daran, dass im Berechnungsjahr 2020 durch die coronabedingte Kurzarbeit Männer um Überstundenentgelte umgefallen und näher an die Fraueneinkommen herangerückt sind.

„Es kann nicht so weitergehen, dass der Equal Pay Day sich Jahr für Jahr nur um wenige Tage verschiebt.“

Olivia Janisch, vida-Bundesfrauenvorsitzende

Einkommensschere schließen

Frauen leisten nach wie vor einen Großteil der unbezahlten Arbeit und kümmern sich um Hausarbeit, Kindererziehung und Pflege von Angehörigen. Das wirkt sich auf das Einkommen und die Pension aus. Die Einkommensschere setzt sich in der Pension fort. Altersarmut betrifft noch immer vor allem Frauen. „Das ist besonders angesichts der explodierenden Teuerung alarmierend, von der viele Frauen stark betroffen sind“, gibt die vida-Gewerkschafterin zu bedenken.

Politik gefordert

Die Einkommensunterschiede zwischen den Geschlechtern lassen sich nur dann verringern, wenn es für bezahlte Care-Arbeit - also Arbeit in der Kinderbildung, Pflege und dem Sozialbereich - bessere Bezahlung und Rahmenbedingungen gibt. Alle Frauen müssen von unbezahlter Care-Arbeit (Kinderbetreuung, Pflege Angehöriger, Haushalt) entlastet werden. „Wenn es uns mit dem nachhaltigen Schließen des Gender Pay Gaps wirklich erst ist, müssen wir zuerst die Care-Krise lösen“, bekräftigt Janisch. Die Berufe, in denen sie vorwiegend tätig sind, müssen auch besser bezahlt werden. Am Beispiel Wiens wird der Handlungsspielraum für die Politik deutlich: So findet in Wien, wo es bessere Kinderbetreuungsangebote und viele öffentlich Bedienstete gibt, der Equal Pay Day etwa heuer erst drei Wochen nach dem bundesweiten statt.

Frauen entlasten

vida-Gewerkschafterin Olivia Janisch fordert von der Bundesregierung eine langfristige und nachhaltige Finanzierung von Care-Berufen durch die öffentliche Hand. Nur so könnten in diesen von Personalmangel betroffenen Branchen gute Arbeitsplätze entstehen und dadurch Frauen von unbezahlter Arbeit entlastet werden. Nötig sind eine bessere Entlohnung, eine Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich sowie mehr Personal für stabile Dienstpläne und Ausbildungen mit existenzsichernden Stipendien.

Rechtanspruch auf Kinderbetreuung

Die vida-Bundesfrauenvorsitzende fordert zudem einen Rechtsanspruch auf flächendeckend verfügbare und leistbare Kinderbetreuung und Langzeitpflege, echte Lohntransparenz innerhalb der Betriebe und das von AK und ÖGB erarbeitete Familienarbeitszeitmodell, bei dem es finanzielle Unterstützung gibt, wenn beide Eltern sich die Familienarbeit in einem ähnlichen Ausmaß aufteilen.

>>> Gender Pay Gap: Der ÖGB hat die fünf gängigsten Mythen zum Einkommensunterschied zusammengefasst

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