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Frauenquote für ÖBB

Frauenanteil erhöhen und Arbeitsbedingungen verbessern.

Ein höherer Frauenanteil im Management und Aufsichtsrat ist zwar ein Erfolg, aber die Managementebene allein macht noch kein Unternehmen aus“, so Olivia Janisch, stellvertretende Bundesfrauenvorsitzende der Gewerkschaft vida. Sie fordert, dass neben den Führungspositionen auch verstärkt mehr Frauen für den Betriebsdienst der ÖBB und bei den anderen Bahnen gewonnen werden müssen.


„Die Frauenquote im ÖBB-Konzern ist nur ein Aspekt. Darüber hinaus braucht es aber noch frauenfördernde Rahmenbedingungen und Karrieremöglichkeiten!"

Olivia Janisch, stv. vida-Bundesfrauenvorsitzende

„Angefangen bei Lehrlingsaufnahmen bis hin zur Ausbildung im Betriebsdienst – und vor allem brauchen wir auch Maßnahmen, um Frauen in Berufen wie Fahrdienstleiterin, Lokführerin oder Zugbegleiterin nicht nur auszubilden, sondern auch zu halten. So muss es auch Arbeitszeitmodelle geben, mit denen sich Beruf und Privates vereinbaren lassen“, fordert Janisch bessere Arbeitsbedingungen.

Die europäischen Sozialpartner Eisenbahn ETF (Gewerkschaften in der Europäischen Transportarbeiter Föderation) und CER (Gemeinschaft der Bahnen, Arbeitgeber) verhandeln seit Oktober 2019 eine EU-weite Vereinbarung zu verbindlichen Maßnahmen, um den Sektor für Frauen attraktiv zu machen und mehr Frauen für die Unternehmen zu gewinnen.

Zu den zentralen Gewerkschaftsforderungen in den Verhandlungen zählen: 

  • Einführung von Quoten
  • Maßnahmen zur Förderung von Frauen im Unternehmen
  • Vereinbarkeit von Beruf und Privat
  • Förderung der Karriereentwicklung
  • Lohngerechtigkeit
  • Gesundheit und Sicherheit
  • Bekämpfung sexueller Belästigung

Durch die jetzt eingeführte Frauenquote im ÖBB-Konzern haben diese Verhandlungen nun unerwartet neuen Schub erhalten. „Österreich hat jetzt die Initiative ergriffen. Das ist auch sehr wichtig, denn Österreich nimmt im europäischen Vergleich mit seinem Frauenanteil in den ÖBB von 12,8 Prozent nur den letzten Platz ein“, so Janisch. Im Vergleich hatten die schwedischen Bahnen (Transdev Sverige AB) im Jahr 2018 einen Frauenanteil von 40 Prozent, womit sie im europäischen Vergleich führend sind.

Im Top-Management der ÖBB waren die Frauen im Jahr 2018 mit 27,3 Prozent vertreten. Schlechter sieht die Frauenquote bei den ÖBB aber im Betriebsdienst aus: Unter den LokführerInnen stieg der Frauenanteil von 1,3 im Jahr 2012 auf nur 2,7 Prozent im Jahr 2018 an. Im EU-Vergleich hat hier Belgien den höchsten Wert. Hier stieg der Anteil der Frauen unter den LokführerInnen von 2,9 Prozent im Jahr 2012 auf 4,7 Prozent im Jahr 2018.

Blick über die Grenzen 

Dass es auch anders gehen kann, zeigen auch die Slowakischen Bahnen vor, die in vielen Bereichen des Bahnbetriebsdienstes im EU-Spitzenfeld rangieren.

Zum Vergleich die Frauenanteile in einzelnen Bereichen im Bahnbetriebsdienst in Österreich und der Slowakei im Jahr 2018:

ZugbegleiterInnen:
15,4 Prozent (Österreich) – 49 Prozent (Slowakei)

Fahrdienstleitung, Stellwerk- und Stationsdienst:
7,9 Prozent (Österreich) – 23,1 Prozent (Slowakei)


Infrastruktur Wartung und Instandhaltung: 
1 Prozent (Österreich) – 16 Prozent (Slowakei)

Auch wir schaffen das!

„Der europäische Vergleich zeigt uns, dass eine Steigerung der Frauenquote im Betriebsdienst auch in Österreich zu schaffen ist“, betont vida-Gewerkschafterin Janisch abschließend.

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