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Lehrlinge auffangen

Mehr Ausbildungsplätze braucht das Land.

„Jeder Lehrling zählt: Überregionale Vermittlung jetzt!“ Diesen Titel gab die Österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV) am Dienstag einer Presseaussendung, und diesen Titel unterstützt die Gewerkschaft vida voll und ganz. Hintergrund sind die Ergebnisse einer ÖHV-Umfrage unter Beherbungsbetrieben: Knapp 10 Prozent der Befragten berichten, sie könnten Lehrlinge nicht vollumfänglich ausbilden. Ebenfalls 10 Prozent der Betriebe sehen sich nicht in der Lage, alle Lehrlinge nach Abschluss der Lehre in Beschäftigung zu halten. Gleichzeitig suchen 30 Prozent der Betriebe Mitarbeiter.

Jugend eine Perspektive geben

„Da beißt sich irgendwie die Katze in den Schwanz. Fakt ist jedenfalls, dass die Situation für junge Menschen unglaublich dramatisch ist“, sagt Sumit Kumar, Bundesjugendsekretär der Gewerkschaft vida. „Diese Unsicherheit kann schlimme Folgen haben – genauso wie der Umstand, keinen Lehr- oder Ausbildungsplatz zu finden.“ Er verweist auf die Wirtschaftskrise 2008, wo in Griechenland ein Drittel der Selbstmorde aufgrund von Perspektivenlosigkeit der Jugendlichen zurückzuführen war.

„Wenn man sich diese Zahlen vor Augen führt, ist die Richtung, in die wir uns bewegen müssen, ganz klar. Es braucht mehr Ausbildungsplätze in ganz Österreich, um den jungen Menschen wieder Hoffnung zu geben.“
Sumit Kumar, vida-Bundesjugendsekretär

Stellen von Ost nach West

Dennoch unterstützen er und vida-Tourismus-Gewerkschafter Berend Tusch die Forderung der Österreichischen Hoteliervereinigung nach Übernahme von Lehrlingen von in der Krise gestolperten Unternehmen durch gut gehende Häuser. Beide betonen aber, dass es zwar einerseits zu begrüßen ist, Betriebe überregional zusammenzubringen, um Lehrlinge aufzufangen, es aber nicht zum System werden darf, junge Menschen beispielsweise in Österreichs Westen zu schicken, nur weil es dort traditionell mehr Ausbildungsplätze gibt. „Die Vernetzung ist vorübergehend sicher eine gute Möglichkeit, wenn Rahmenbedingungen stimmen. Und wir wissen auch, dass sich einige junge Menschen dafür entscheiden, im Westen zu lernen, jedoch brauchen wir in ganz Österreich mehr Lehrplätze. Man kann junge Menschen nicht einfach dazu zwingen, ihr soziales Umfeld und ihre Familien hinter sich zu lassen“, so Kumar.

Niemanden zurücklassen

Tusch verweist auf die Bundesregierung, die verkündet hat, dass niemand zurückgelassen wird:

„Dieses Versprechen fordern wir ein. Das heißt, wir dürfen auf keine Altersgruppe unter den Beschäftigten vergessen und sowohl die Arbeitnehmer- als auch die Arbeitgebervertreter und vor allem die Regierung müssen sich an einen Tisch setzen. Wir sind gerne zu Gesprächen bereit.“
Berend Tusch, Vorsitzender vida-Fachbereich Tourismus

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