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Zivildiener: Dienstverlängerung für weniger Geld

Unverständnis über Paygap in Höhe von 600 Euro monatlich.

Tausende Zivildiener bekamen vor wenigen Wochen die Nachricht, dass ihr Dienst wegen der Corona-Krise bis Juni verlängert wird. So weit, so gut, allerdings tut sich bei der Bezahlung eine große Lücke zu jenen Zivildienern auf, die die Regierung darum bat, sich freiwillig zu melden. „Gleiches Geld für gleiche Arbeit! Die ordentlichen Zivildiener sollen dasselbe bekommen wie die außerordentlichen. Sie machen die gleiche Arbeit und leisten in diesen schwierigen Zeiten hervorragende Arbeit für das Land “, lautet die Forderung von Sumit Kumar, Bundesjugendsekretär in der Gewerkschaft vida.

"Ist unsere Arbeit weniger wert?"

Unter jenen, die von diesem Paygap direkt betroffen sind, tut sich wenig überraschend Unverständnis auf, auch wenn alle pflichtbewusst sind. „Ich hätte mit Ende März meinen Zivildienst beendet und muss nun wegen der aktuellen Situation drei Monate länger, bis Ende Juni, dienen. Für mich ist klar, dass das eine notwendige Sache ist und meine drei Monate verglichen mit den Problemen und Gefahren, die sich sonst im Pflegewesen auftun, nichts sind“, sagt Ahmed (20) aus Wien. „Dennoch verstehe ich nicht, warum wir zwangsverlängerten Zivildiener mindestens 600 Euro weniger im Monat für diese Arbeit bekommen, als diejenigen, die sich freiwillig zum Zivildienst melden. Ist unsere Arbeit weniger wert?“, fragt sich der junge Mann weiter und übt Kritik an der Regierung.

Als Retter in persönliche Krise 

Bei 4500 Personen, die insgesamt verlängert werden, würde eine Beseitigung dieser Ungerechtigkeit 2,7 Millionen Euro kosten. 600 Euro mehr sind für viele aber der Unterschied zwischen normalem Leben und großen finanziellen Schwierigkeiten. Verglichen mit den Unsummen, die diese Regierung für PR ausgibt, erscheint dies nahezu zynisch", so Ahmed weiter.

Die Verlängerung ist auch ein Einschnitt in das Leben dieser jungen Männer, wenn es um bestehende Arbeit, Studien oder Lebenspläne geht. Auch zugesagte Praktika könne man eventuell deswegen nun nicht antreten.

Die Gewerkschaftsjugend hat in dieser Sache bereits einen Brief an Bundesministerin Köstinger gerichtet, wo man auf die ungerechte Bezahlung aufmerksam machte.

Auch für Personen, die derzeit ihre Pflege-Pflichtpraktika absolvieren, sollte es in Anbetracht der Krisensituation nach Meinung der vida eine Entschädigung beziehungsweise finanzielle Anerkennung geben. Der Bund ist auch hier gefordert. 

 

 

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