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Gewerkschaft vida zu Laudamotion-KV: Vernunft muss über Ultimaten siegen

Liebhart: Nur 1.000 Euro brutto im Monat würden bei Lohnverhandlungen in anderen Branchen fatale Sogwirkung nach unten auslösen.

„Die Gewerkschaft vida erwartet sich, dass endlich die Vernunft über die Ryanair-Ultimaten siegt“, sagt Daniel Liebhart, Vorsitzender des vida-Fachbereichs Luftfahrt im Vorfeld der heutigen Laudamotion-KV-Verhandlungen. Die vida pocht auf eine positive Rückmeldung auf ihren der Wirtschaftskammer im Rahmen der letztwöchigen KV-Gespräche vorgelegten Kompromissvorschlag. „Unser Vorschlag, mit dem die Krisenzeit überbrückt werden kann, führt zu keinen Mehrkosten für das Unternehmen aber zu einem sozial ausgewogeneren Kollektivvertrag für die unterschiedlichen Berufsgruppen“, so Liebhart, der zudem die vollständige Streichung der rechtswidrigen KV-Vertragsklauseln „nicht als Verhandlungssache, sondern als Selbstverständlichkeit“ erachtet.  

„Wir sind nach wie vor bestürzt über die erpresserische Vorgehensweise des Ryanair-Konzerns, die im Schulterschluss mit der Wirtschaftskammer erfolgte. Als Gewerkschaft haben wir in diesen Verhandlungen doppelt Verantwortungen zu tragen: Das ist einerseits der Erhalt der Arbeitsplätze bei Laudamotion und andererseits die Sicherung von nachhaltigen Arbeitsplätzen in Österreich. Eine Zustimmung zum bisher vom Unternehmen geforderten Dumping-Einkommensniveau von nur garantierten 1.000 Euro brutto im Monat würde bei KV-Verhandlungen in anderen Branchen bei den Arbeitgeberforderungen eine fatale Sogwirkung nach unten auslösen. Wir wollen nicht, dass die WKÖ damit ein Exempel für einen neuen Leitkollektivvertrag für eine nach unten offene Dumpingspirale statuieren kann. Davon wären mittelfristig dann tausende Beschäftigte in Österreich betroffen. So etwas kann und wird eine Gewerkschaft nicht akzeptieren“, appelliert Liebhart an die Vernunft der WKÖ-VerhandlerInnen.

Der von vida vorgelegte kostenneutrale und sozial ausgewogenere KV-Vorschlag sieht konkret vor, dass die Basisgehälter der KapitänInnen zu Gunsten der CopilotInnen-Gehälter abgesenkt werden. Nach den derzeitigen Vorstellungen des Unternehmens und der WKÖ sollen Lauda-CopilotInnen am Anfang nur mehr ein Grundgehalt in Höhe von knapp über 1.700 Euro brutto beziehen. Neben den Lebenserhaltungskosten haben Copiloten im Ryanair-Konzern die PilotInnen-Ausbildungskosten aber selbst zu tragen. Dafür haben viele junge PilotInnen einen Ausbildungskredit von bis zu 100.000 Euro in monatlichen Raten abzustottern. Mit einer raschen Beförderung zum Kapitän/zur Kapitänin ist aufgrund der prognostizierten nur langsamen Erholung des Luftverkehrsaufkommens in den kommenden Jahren wohl kaum zu rechnen, erläutert Liebhart.

Der zweite Teil von der von vida vorgeschlagenen kostenneutralen Umverteilung bei den Einkommen der Bordbeschäftigten sieht ein garantiertes Bruttomonatseinkommen von 1.600 Euro brutto vor, welches 14 Mal im Jahr an FlugbegleiterInnen auszubezahlen ist. „Diese Variante liegt um rund 10 Prozent unter den Durchschnittsgehältern, die Laudamotion – derzeit nur unverbindlich – gewähren will. Die Gegenfinanzierung für das Unternehmen kann durch ein Absenken der Zulage für Trainingstätigkeiten der KapitänInnen erfolgen. Diese jährliche Zulage ist im Kollektivvertrag großzügig mit knapp einem FlugbegleiterInnen-Jahresgehalt festgelegt, so Liebhart abschließend.

 

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