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Coronavirus - Regierung muss ArbeitnehmerInnen und Betriebe finanziell unterstützen

Gewerkschaft vida fordert verbindliche Zusagen für Tourismusbeschäftigte.

„Der heutige Runde Tisch zwischen Regierung und Sozialpartnern zur Situation im Tourismus in Zeiten der aktuellen Coronavirus-Krise war ein guter Start für weiterführende Gespräche“, so Berend Tusch, stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft vida und Vorsitzender des vida-Fachbereichs Tourismus. „Bei der heute vorgestellten ersten Maßnahme wurde klar gestellt, dass Beschäftigung in jedem Fall gesichert werden muss. Die in Aussicht gestellten 100 Millionen Euro für in Not geratene Betriebe in Form einer Ausfallshaftungsgarantie sind aber nur ein erster Schritt. Es braucht weitere Maßnahmen für alle, die in der Branche arbeiten“, so der stellvertretende vida-Vorsitzende.

Sicherung von Beschäftigung und Betrieben im Vordergrund

Der Gewerkschafter verweist daher auf das für heute Nachmittag geplante Erstgespräch mit den Sozialpartnern im Tourismus: „Für uns ist klar, dass alle zu vereinbarenden Maßnahmen nur mit einem einzigen Augenmerk gesehen werden müssen: Die Arbeitsplätze und die Betriebe müssen gesichert sein.“ Anders als in vergangenen Krisen trifft Kurzarbeit dieses Mal Branchen, die traditionell im Dienstleistungsbereich angesiedelt sind, so der stellvertretende vida-Vorsitzende: „Eine Reduktion der ohnehin niedrigen Löhne in diesen Bereichen würde die ArbeitnehmerInnen vor gravierende finanzielle Probleme stellen. Für Niedrigeinkommen muss eine Kurzarbeitsentschädigung Lohnkürzungen zu 100 Prozent ausgleichen. Mir ist klar, dass dies höhere Kosten für das AMS bedeutet, jedoch können wir uns nur unter diesen Bedingungen Kurzarbeit für die Beschäftigten in Niedriglohnbranchen vorstellen.“

Fixkostenabdeckung muss gesichert sein  

Besonders schwierig ist die Situation für Beschäftigte in Betrieben, die direkt von den Schließungen betroffen sind. „Bei Kurzarbeit geht man davon aus, dass zumindest ein geringer Aufwand an Arbeitsleistung notwendig ist. Bei Komplettschließungen wird wohl kaum eine Arbeitsleistung von ArbeitnehmerInnen verlangt werden. Wir brauchen hier eine Sicherstellung der Löhne, damit die Betroffenen Wohnkosten und andere Fixkosten abdecken können. Die Beschäftigten müssen abgesichert sein und nicht beim AMS mit der Hälfte des Einkommens landen“, sagt Tusch.

Derart herausfordernde Zeiten und Krisen, wie wir sie derzeit erleben, verlangen auch nach ganz besonderen schnellen Maßnahmen, unterstreicht der vida-Gewerkschafter: „Die Sozialpartnerschaft wird aber auch hier auf alle Fälle die richtigen Antworten finden. Hier geht es darum, die finanziellen Mittel zur Verfügung zu haben. Das ist Aufgabe der gewählten Bundesregierung.“ 

Abschließend erinnert Tusch daran, dass „die von Gewerkschaftsseite seit Jahren geforderte Tourismuskasse in der aktuellen Krise ein branchenspezifisches, adäquates Lenkungsmittel hätte sein können. Wir kommen nicht herum, auch hierzu mittelfristig Gespräche zu führen“.

 

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