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500 Euro mehr im Monat

Eisenbahn KV: Gewerkschaft vida hat Gehaltsforderungen an Sozialpartner übergeben.

Die Gewerkschaft vida hat heute, 23. September, ihre Gehaltsforderungen für die EisenbahnerInnen an den zuständigen Obmann des Fachverbands Schienenbahnen in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Thomas Scheiber, in Innsbruck übergeben. Im Rahmen ihrer aufgrund der seit Monaten explodierenden Energie-, Treibstoff- und Konsumpreise in den Herbst vorgezogenen Lohnverhandlungen fordert die vida eine Erhöhung von 500 Euro im Monat auf die KV- und Ist-Löhne für die 50.000 Beschäftigten in den Eisenbahnberufen. Zudem fordert die Gewerkschaft eine Erhöhung der Zulagen um die rollierende Inflation sowie ein Plus von 250 Euro im Monat auf die Lehrlingseinkommen. Zur Untermauerung der Gehaltsforderung wurde dem Sozialpartner ein Warenkorb mit Lebensmitteln und Waren für den täglichen Bedarf, deren Preise sich massiv verteuert haben, überreicht. So haben sich etwa Mehl und Teigwaren heuer gleich um 127 bzw. 79 Prozent verteuert. Bei Butter sind es 76 Prozent und Shampoo kostet jetzt um 36 Prozent mehr.

Besondere Verantwortung im Jahr der Preislawine

„Wir freuen uns, dass unser Sozialpartner unserer Aufforderung nach einer KV-Sonderverhandlungsrunde so rasch nachgekommen ist. Dafür war es auch schon höchste Eisenbahn, da uns täglich verzweifelte Hilferufe unserer Kolleginnen und Kollegen erreichen, dass das tägliche Leben immer teurer wird und nicht mehr leistbar ist. Mehr und mehr Beschäftigte blicken sorgenvoll mit Angst in die Zukunft. Wir erwarten uns konstruktive Gespräche mit dem Sozialpartner, um hier rasch mit entsprechenden Lohn- und Gehaltserhöhungen helfen zu können.“

Günter Blumthaler, Vorsitzender vida-Fachbereich Eisenbahn 
und Leiter des vida-KV-Verhandlungsteams

„Als Sozialpartner haben wir im Jahr der Preislawine eine besondere Verantwortung. Wir müssen sicherstellen, dass alle Beschäftigten von ihrer Arbeit leben können und niemand einen Reallohnverlust erleidet. Da die Branche nach den Corona-Jahren wieder volle Fahrt aufgenommen hat und die Zahlen entsprechend steil nach oben zeigen, muss auch die gestiegene Produktivität entsprechend in den Verhandlungen berücksichtigt werden“, bekräftigt Blumthaler.

Personalmangel gemeinsam entgegenwirken

„Als Sozialpartner haben wir es in der Hand, den so dringend benötigten Schutzschirm für die Beschäftigten aufzuspannen, damit sie sich das tägliche Leben weiterhin leisten können. Denn die Regierungsmaßnahmen allein sind dafür bis jetzt bei weitem nicht ausreichend“, warnt Olivia Janisch, stv. vida-Vorsitzende und Mitglied des vida-KV-Verhandlungsteams.

„Zusätzlich zur Rekordteuerung macht unseren Kolleginnen und Kollegen auch der Personalnotstand bei den Bahnen zu schaffen. Aufgrund teils enormer Belastungen und Anforderungen im Beruf, kündigen viele Beschäftigte sogar oft nach langjähriger Zugehörigkeit zur Eisenbahnbranche – vor wenigen Jahren wäre das noch undenkbar gewesen.“

Olivia Janisch, stv. vida-Vorsitzende 
und Mitglied des vida-KV-Verhandlungsteams

vida-Gewerkschafterin Janisch fordert attraktivere Arbeitsbedingungen und Löhne. „Sonst wird sich diese Situation durch weiter zunehmenden Personal- und Fachkräftemangel noch verschärfen.“

Belegschaften immer mehr unter Druck

„Zusätzliche Herausforderungen im Arbeitsalltag der EisenbahnerInnen bringen das Klimaticket und die Treibstoffverteuerung mit sich, denn die Züge füllen und überfüllen sich immer mehr“, ergänzt Günter Schwarzbauer, Mitglied des vida-KV-Teams, zuständig für die Länder- und Privatbahnen.

„Das ist kein reines ÖBB-Phänomen. Die Belegschaften kommen dadurch in fast allen Bahnen immer mehr unter Druck. Bestandspersonal ist durch Über- und Mehrstunden belastet und gleichzeitig können Urlaube oder Zeitguthaben nicht mehr verbraucht werden.“

Günter Schwarzbauer, Mitglied des vida-KV-Teams   

Fundament für Zukunft der Eisenbahn jetzt legen

„Auch in Tirol funktioniert das System Eisenbahn trotz dieser Be- und Überlastungen noch dank des täglichen Einsatzes und der Leistungsbereitschaft unserer Kolleginnen und Kollegen bei den Bahnen. Sie haben unser Land zu jeder Zeit und unter allen Bedingungen im Personen- und Güterverkehr am Laufen gehalten“, sagt Philip Wohlgemuth, Landesvorsitzender des ÖGB Tirol und vida-Landesgeschäftsführer.  

„Die Teuerung wird uns noch über Jahre hinweg begleiten, wenn auch hoffentlich nicht in der aktuellen Höhe. Die Wirtschaftsforscher sind sich einig, dass die Inflation wohl in den kommenden Monaten zweistellige Werte erreichen wird. Wir müssen daher jetzt das Fundament für die Zukunft der Eisenbahnbranche mit all ihren Herausforderungen legen. Verabsäumen wir das, werden unsere Kolleginnen und Kollegen kommendes Jahr einen regelrechten Preisschock erleben, wenn die laufenden Rechnungen für Strom, Gas, Versicherungen und Mieten eintreffen.“

Philip Wohlgemuth, Landesvorsitzender ÖGB Tirol und vida-Landesgeschäftsführer

Die vida-Forderungen für eisenbahnspezifische Berufe im Detail:

  1. 500 Euro monatlich mehr auf alle KV- und Ist-Löhne
  2. Sollte die rollierende Inflation der letzten 12 Monate einen höheren Betrag als 500  Euro ergeben, so kommt dieser zur Anwendung (Berechnung je nach  Abschlussmonat)
  3. Zulagenerhöhung in Höhe der rollierenden Inflation (Berechnung je nach   Abschlussmonat)
  4. Lehrlingspaket: 250 Euro monatlich mehr auf die Lehrlingseinkommen

 

Stärke uns den Rücken

Gerade in Zeiten wie diesen gilt es gemeinsam für einen starken Lohnabschluss zu kämpfen. Klar ist, dass es sich 2022 um keine normale Lohnrunde handeln wird und wir einen Abschluss brauchen werden, der ein starkes Fundament bildet. Dieses Fundament muss den schweren Aufgaben, welche auf den gesamten Sektor zukommen werden, Stand halten. Bereits heute ist klar, dass wir 2022 vielerorts einen Preisschock erleben werden – sei es bei Krediten, Versicherungen aber vor allem bei den lebensnotwendigen Gütern. Sicher ist, je stärker wir als deine Arbeitnehmervertretung sind, desto mehr können wir für dich bei den Verhandlungen rausholen. Auch du kannst mithelfen! 

Für dich da! Gewerkschaft vida Johann-Böhm-Platz 1
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