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Krankheit Sucht

vidaHören im Gespräch mit SuchtexpertInnen.
Alkoholsucht, Spielsucht, Einkaufssucht, Drogensucht – die Liste an Süchten ist lang. Und obwohl eine Sucht oft starke Auswirkung auch auf das Berufsleben hat, ist es ein Tabuthema. Wir haben uns im Rahmen der neuesten Folge des Podcasts „vidaHören“ dem Thema mit zwei ExpertInnen angenähert, mit Andrea Lins-Hoffelner vom Institut für Suchtprävention, und mit Martin Weber, Geschäftsführer des Vereins Dialog. 
 

 
vidaHören: Lässt sich Sucht definieren? Wo beginnt Sucht? 
 
Martin Weber: Also prinzipiell muss man sagen, dass Sucht eine Krankheit ist. Das ist wichtig, denn es ist keine Schwäche. Es ist nicht Aufgabe von Führungskräften oder Betriebsräten, Sucht zu diagnostizieren. Das dürfen Ärztinnen und Ärzte und Fachpersonal. Sonst niemand. Wenn es mir auffällt, kann ich es natürlich ansprechen, aber ich kann nicht sagen, du bist süchtig. Das ist deswegen wichtig, weil viele Führungskräfte Angst haben, es anzusprechen, weil sie nicht genau wissen, ob sie es dürfen. Es gibt einerseits physische Faktoren und andererseits psychische. Die physischen sind leichter greifbar als die psychischen. Psychisch ist zum Beispiel, wenn man die Kontrolle verliert – beispielsweise wenn man nur ein Glas Wein trinken will, es dann aber doch wieder eine Flasche wird.
 
 
vidaHören: Welche Suchtmittel sind verbreitet? 
 
Andrea Lins-Hoffelner: Alkohol ist ganz klar das Suchtmittel Nummer 1. Das liegt natürlich daran, dass Alkoholkonsum bei uns dazugehört. Alkoholkonsum hat aber gravierende körperliche und psychische Folgen. Fünf Prozent der österreichischen Bevölkerung gelten als Alkoholiker – das sind ungefähr 370.000 Personen. 88 Prozent der Männer trinken gelegentlich Alkohol, 75 Prozent der Frauen. Seit dem ersten Lockdown hat sich das Alkoholkonsumverhalten verändert. Es wird mehr getrunken, weil die Menschen auch mehr zu Hause sind. Man verspürt einen gewissen Druck. An Zahlen gemessen sind es aber vor allem die Zigaretten, die den größten Anteil hinsichtlich Suchtmittel ausmachen. Es gelten 1,2 Millionen Menschen als nikotinabhängig. 
 
 
Es gibt bundesweit Einrichtungen, die Beratungen (auch kostenlos) und Service im Suchtfall anbieten:
 
Regionales Kompetenzzentrum Alkohol, wo Betroffene in Wien super Betreuung und Behandlung bekommen (wird direkt mit den Sozialversicherungsträgern abgerechnet): www.suchthilfe.wien
 
Institut für Suchtprävention der SDW https://sdw.wien
 
Verein Dialog
Persönliche Beratung, Schulungen, Webinare, Workshops, Vorträge, etc. können für den eigenen Betrieb gebucht werden.
 
Für BetriebsrätInnen inhaltlich interessant sind der >>Leitfaden für Führungskräfte sowie eine >>Broschüre zum kollegialen Umgang  
 
Zahlreiche Informationen zum Thema Alkohol sind hier zu finden: 
 
Ein kurzer Selbsttest zum eigenen Konsum:
www.dialogwoche-alkohol.at/selbsttest
 
Empfehlungen für einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol:
www.dialogwoche-alkohol.at/handeln
 
Ein Selbsthilfeprogramm: www.alkcoach.at
 

 

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