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Niederlage für Laudamotion

Gericht gibt Start für Betriebsversammlung frei.

Erfolg für den Betriebsrat, Niederlage für die Geschäftsführung des Billigfliegers Laudamotion. Das Unternehmen wollte die für heute angesetzte Betriebsversammlung per gerichtlicher Verfügung untersagen lassen. Das Arbeits- und Sozialgericht Korneuburg hat den Antrag auf Unterlassung aber zurückgewiesen. Aus dem Beschluss des Gerichts geht auch hervor, dass der Laudamotion Betriebsrat auch in Zukunft Betriebsversammlungen abhalten und dazu die MitarbeiterInnen einladen darf.  

Im Vorfeld der heutigen Betriebsversammlung (über 150 TeilnehmerInnen) wurde dem Personal seitens des Dienstgebers bereits mit disziplinarrechtlichen Konsequenzen gedroht, sollte es an der heute Nachmittag anberaumten Betriebsversammlung teilnehmen. Das Unternehmen sieht in der Betriebsversammlung ein "ungesetzliches Meeting mit einem nichtexistierenden Betriebsrat", zitierte die Luftfahrtplattform "Aviation Net Online" aus einem Rundschreiben des Laudamotion-Personalchefs.

Übelste Druckausübung auf das Personal

Daniel Liebhart, Vorsitzender des vida-Fachbereichs Luftfahrt, weist dies aufs Schärfste zurück. „Das Management übt hier auf übelste Weise Druck auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus, die Betriebsversammlung nicht zu besuchen.“

„Ryanair und Laudamotion glauben offensichtlich in einer Bananenrepublik, in der man sich alles erlauben kann, tätig zu sein.“

Daniel Liebhart, Vorsitzender vida-Fachbereich Luftfahrt

Hintergrund des heute erneut aufgeflammten Konflikts ist, dass die Airline den im Herbst 2019 gewählten Betriebsrat nicht anerkennt. Die Firma hat die Betriebsratsvorsitzende zuvor trotz Kündigungsschutzes, den sie als Betriebsrätin hatte, gekündigt und will deshalb auch ihre erneute Wahl in den Betriebsrat nicht anerkennen. Gerichtsverfahren dazu laufen am Landesgericht Korneuburg. Per einstweiliger Verfügung entschied das Gericht im Jänner, dass Laudamotion der Belegschaftsvertreterin den Zutritt zum Firmengelände nicht verbieten darf.

Gültiger KV wird ignoriert

Seit 1. Jänner wendet die Geschäftsführung den Laudamotion-Kollektivvertrag nicht mehr an. Neue Mitarbeiter werden nun stattdessen über die österreichische Zweigniederlassung der Leiharbeitsfirma Crewlink Ireland angestellt. Der irische Mutterkonzern pfeift auf österreichisches Recht, kritisiert die vida und fragt, wie lange die Wirtschaftskammer und die Politik diesem Treiben noch tatenlos zusehen wollen?

Geschäftsführung am Holzweg

„Ryanair und Laudamotion glauben offensichtlich in einer Bananenrepublik, in der man sich alles erlauben kann, tätig zu sein. Damit befinden sie sich aber auf dem Holzweg“, kritisierte vida-Gewerkschafter Daniel Liebhart. "Wir haben bei Laudamotion einen rechtskonform gewählten Betriebsrat. Dieser hat entsprechend dem Arbeitsverfassungsgesetz das Recht, Betriebsversammlungen zur Information des Personals abzuhalten. Und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben selbstverständlich das Recht, an diesen Versammlungen teilzunehmen", stellt Liebhart klar.

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