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>>> "Job und Corona kompakt" mit Martin Risak

Der Arbeitsrechtsexperte über den Gesundheitsschutz von ArbeitnehmerInnen, COVID19-Risikogruppen und systemrelevante Jobs.

Während im Zuge der Corona-Krise Tausende ArbeitnehmerInnen in Kurzarbeit geschickt wurden oder im Home Office arbeiten, verrichten viele andere weiterhin ihren Dienst in sogenannten systemrelevanten Branchen – also etwa im Verkehrs- und Gesundheitswesen. Sie sind diejenigen, die Österreich derzeit am Laufen halten. Doch wer entscheidet überhaupt, was ein systemrelevanter Job ist? Welche Bedingungen braucht es, damit Beschäftigte in der Krise freigestellt werden?

Darüber sprechen wir mit Martin Risak, Arbeitsrechtsexperte der Uni Wien.

Martin Risak

vidaHören: Seit das Corona-Virus auch in Österreich ausgebrochen ist, ist von Risikogruppen zu hören. Wie schaut es mit Risikogruppen in der Arbeitswelt aus – wer ist das und wer definiert diese Risikogruppen?

Martin Risak: Über Wochen haben wir nicht gewusst, wie wir mit Risikogruppen umgehen sollen. Die waren eigentlich weiterhin verpflichtet, zu arbeiten – für die gab’s keine Sonderregelung. Erst letzte Woche wurde eine Sonderregelung beschlossen, die Risikogruppen von einer Freistellung ausschließt.  Allerdings: Wir wissen immer noch nicht, wer diese Risikogruppen eigentlich sind. Das wird erst ein eigenes Team, das beim Bundesministerium für Gesundheit angesiedelt ist, beschließen, wer in diese Risikogruppen hineinfällt.

vidaHören: Wie verhalte ich mich, wenn ich eine Freistellung vom Dienst bekommen will? Weil einfach zu Hause bleiben, das geht ja nicht, oder?

Martin Risak: Einfach zu Hause bleiben, geht nicht. Es gibt keinen Anspruch auf zu Hause bleiben, nur damit ich nicht krank werde. Den gibt’s erst dann, wenn ich ein Attest eines Arztes hab. Mit dem muss ich dann zum Arbeitgeber gehen. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass ich dienstfreigestellt werde. Entweder ich krieg Home-Office oder es gibt ohnehin genug Schutzmaßnahmen, mit denen mit größtmöglicher Sicherheit am Arbeitsplatz die Ansteckungsgefahr ausgeschlossen werden kann. Erst wenn das alles nicht der Fall ist, erst dann habe ich den Anspruch auf Freistellung.

Das gesamte Interview jetzt auch als Podcast auf allen gängigen Plattformen und iTunes und Spotify unter dem Suchbegriff vidaHören.

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