Wenige Tops, viele Flops in der Tourismusbranche
Wenige Tops, viele Flops, so präsentiert sich die Tourismusbranche den Beschäftigten.
Zahl der Beschäftigen gestiegen
Topwerte gibt es, was die Zahl der Beschäftigten anbelangt. Ende Juni 2008 waren knapp mehr als 190.000 ArbeitnehmerInnen im Tourismus beschäftigt - ein Spitzenwert gegenüber 175.000 im Juni 2007.
Zu den Tops gehören auch die guten Arbeitsmarktchancen im Tourismus - in dem Sinn, dass Arbeitskräfte im Tourismus nachgefragt werden.
Kaum ältere Beschäftigte und kurze Beschäftigungsdauer
Kritisch ist dagegen die kurze Dauer der Beschäftigungsverhältnisse zu bewerten. Mehr als 77 Prozent sind maximal 6 Monate im selben Betrieb beschäftigt. Angesichts der demografischen Entwicklung Anlass zu Sorge gibt auch, dass kaum ältere Beschäftigte im Tourismus zu finden sind. Fast die Hälfte der ArbeitnehmerInnen ist unter 30 Jahre. Offensichtlich wird in den Tourismusbetrieben viel zu wenig zur Integration von älteren ArbeitnehmerInnen getan.
Handlungsbedarf für Unternehmen und nächste Bundesregierung
"Der Handlungsbedarf liegt auf der Hand", sagt Rudolf Kaske, Vorsitzender der Gewerkschaft vida: "Die Unternehmen sind dringend gefordert, aber auch die nächste Bundesregierung."
Von den Unternehmen verlangt Kaske vor allem die Schaffung besserer Sozialstandards, bessere Einkommen, die Forcierung der Aus- und Weiterbildung, die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, mehr und bessere alternsgerechte Arbeitsplätze sowie die Schaffung von Karriere- und Ausbildungspools.
Von der künftigen Bundesregierung erwartet sich der vida-Vorsitzende eine rasche Steuerreform, "die zum frühest möglichen Zeitpunkt kommt und vor allem die kleinen und mittleren Einkommensbezieher spürbar und nachhaltig entlastet."