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BAGS-Aktionstag: Mehr als 7.500 demonstrierten
Mit Demonstrationen in Wien, Linz, Graz und Klagenfurt machen am Nachmittag des 14. Jänner die Beschäftigten des privaten Sozial- und Gesundheitsbereichs Druck für einen angemessenen Kollektivvertragsabschluss. Mehr als 7.500 Menschen gingen trotz eisiger Kälte österreichweit auf die Straße, um ihren Unmut kundzutun. Denn das bisherige Angebot der Berufsvereinigung von Arbeitgebern für Gesundheits- und Sozialberufe (BAGS) bleibt weit hinter vergleichbaren Kollektivvertragsabschlüssen für 2010 zurück. Mit ihren Forderungen richten sich die ArbeitnehmerInnen und die Gewerkschaften vida und GPA-djp neben den Arbeitgebern auch an die Politik, die für die Finanzierung des Sozial- und Gesundheitsbereiches verantwortlich ist.
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365 Tage 24 Stunden im Einsatz
Wo laufend Geld für die Rettung maroder Banken vorhanden sei, müsse es auch Geld für den Gesundheits- und Sozialbereich geben, nahm vida-Vorsitzender Rudolf Kaske bei der Abschlusskundgebung am Wiener Ballhausplatz die zuständigen Politiker auf Bundes- und Länderebene in die Pflicht. "Die Beschäftigten im Gesundheits- und Sozialbereich sind 365 Tage rund um die Uhr im Einsatz. Diese Leistung gibt es nicht zu Dumpingpreisen", so Kaske.
Erster Erfolg - Wir wollen mehr!
Einen kleinen Teilerfolg hatten die DemonstrantInnen bei der Abschlusskundgebung schon erreicht: Forderungen nach Verschlechterungen im Rahmenrecht, wie die Streichung der Mehrarbeitszuschläge für die 39- und 40. Arbeitsstunde seien mittlerweile vom Tisch, ließen die Arbeitgeber ausrichten. Den Beschäftigten und den Gewerkschaften genügt das nicht. "Wir pfeifen auf dieses Angebot, wir wollen mehr", reagierte Kaske.
Investieren in die Zukunftsbranche
"Investitionen in und Ausgaben für die Pflege kommen der gesamten Bevölkerung zugute", appellierte die Bundesgeschäftsführerin der GPA-djp, Dwora Stein, an die Dienstgeber, ihrer Verantwortung wahrzunehmen. "Der Bedarf an Betreuung und Pflege steigt ständig, die Qualität der Versorgung zu gewährleisten ist eine zentrale Herausforderung in unserer Gesellschaft. Pflege ist eine Zukunftsbranche, vor allem für die Frauen - die Rahmenbedingungen müssen für die PatientInnen, die KlientInnen und für die Beschäftigten stimmen", sagte Stein.
Drei ergebnislose Verhandlungsrunden
Bisher fanden zwischen GPA-djp/vida und der Arbeitgeberseite drei Verhandlungsrunden statt. Das Angebot der Arbeitgeber für die kollektivvertragliche Lohnerhöhung lag zuletzt bei 1,1 Prozent (mit einem Mindestbetrag von 22 Euro brutto). Für die Ist-Lohn/Gehaltserhöhung boten die Arbeitgeber gar nur 0,9 Prozent.
Dabei liegen die Einkommen im Sozial- und Gesundheitsbereich schon derzeit um ein Fünftel unter dem Durchschnittseinkommen aller Branchen. Viele Arbeitgeber haben deshalb große Schwierigkeiten, Fachpersonal zu bekommen. "Die Beschäftigten forden zu Recht mehr Geld. Soziale Arbeit ist mehr wert!", stellten Stein und Kaske klar.
Auch in arbeitsrechtlichen Belangen spießt es sich. Die Arbeitgeber sperren sich gegen die Gewerkschaftsforderung nach einer Anrechnung von Zeiten der Elternkarenz im Lohn- und Gehaltsschema.
80.000 Beschäftigte betroffen
Der BAGS-Kollektivvertrag gilt für rund 80.000 Beschäftigte im privaten Gesundheits- und Sozialbereich. Dazu gehören ArbeitnehmerInnen in der mobilen Pflege und Betreuung, in Pensionistenwohnhäusern und Pflegeheimen, in der Betreuung von Menschen mit Behinderung und in der Kinder- und Jugendbetreuung. Auch für ArbeitnehmerInnen in sozioökonomischen Beschäftigungsbetrieben und gemeinnützigen Beschäftigungsprojekten gilt der BAGS-KV.
Die nächste Verhandlungsrunde zwischen Gewerkschaften und Arbeitgeberseite findet am 21. Jänner 2010 statt.
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