vida

„Oida, hoit die Goschen sunst hau i da den Feidel eine!“

Das gesellschaftliche Problem Gewalt.

Solche und ähnliche Kraftausdrücke können sich KollegInnen in Dienstleistungsberufen, im Verkehrssektor, im Gesundheits- oder Sicherheitsbereich anhören. Ja, Gewalt ist ein gesellschaftliches und weltweites Problem und nein, es ist kein Berufsrisiko. Nahezu jede/r zweite Arbeitnehmer/in gibt an, schon eine Gewalterfahrung gemacht zu haben. Bei den Beschäftigten im Verkehrsbereich erhöht sich der Wert sogar auf 75 Prozent. Hier braucht es Maßnahmen und Hilfe für die Betroffenen. „Reden ist in diesem Fall Silber, nur Handeln ist Gold“, so meine Devise als vida-Gewerkschafter und Konzernbetriebsrat.

Verbale Gewalt in Form von Hänseleien oder Verspotten wird nicht immer eindeutig als Gewalt wahrgenommen. Entweder weil es bisher nicht angesprochen wurde oder weil unangenehme Situationen unter dem Motto „Das ist normal, das gehört zum Job“ hingenommen werden. Wir müssen sensibilisieren und den Beschäftigten Mut machen, derartige Vorfälle zu melden. Im Weissen Ring und seinem Präsidenten Udo Jesionek haben wir einen tollen Partner gefunden.
Unsere Forderungen
Um Gewalt im Job zu bekämpfen, müssen in den Betrieben Leitlinien erarbeitet werden. Dazu gehört die explizite Klarstellung, dass Gewalt, Mobbing und (sexuelle) Belästigung gegenüber Beschäftigten nicht toleriert werden dürfen und bestraft werden müssen. Wir arbeiten an einer neuen Musterbetriebsvereinbarung, die an betriebliche Umstände angepasst werden kann. Zudem verlangen wir eine Änderung im Strafrecht:  Jede Körperverletzung, die an einem Menschen während seiner Berufsausübung begangen wird, soll automatisch als schwere Körperverletzung verfolgt werden.
Prävention als Um und Auf
Führungskräfte müssen im Rahmen der verpflichtenden Unterweisung gemäß §14 Arbeitnehmerschutzgesetz in verantwortungsvoller MitarbeiterInnenführung ausgebildet werden. Aber auch für alle Beschäftigten sollte es Seminare zum Umgang mit Konflikten geben. Zusätzlich zu dem/der Arbeitsmediziner/in und der Sicherheitsfachkraft sollten ArbeitspsychologInnen als dritte verpflichtende Präventivkraft gesetzlich verankert sein.

Mehr Personal für mehr Sicherheit
Einsparungen bei den Beschäftigten führen mitunter zu einem erhöhten Sicherheitsrisiko für KundInnen und Beschäftigte. Die Gewerkschaft vida fordert daher ausreichend Personal. Der Ausbau der Videoüberwachung oder Bodycams kann nur ein zusätzlicher Punkt sein, um dem Sicherheitsbedürfnis entgegenzukommen. Der Mensch bleibt der wichtigste Faktor.
Das sind nur einige Punkte unserer Zielsetzung zum Thema Gewalt im Job. Wir müssen einfach auch davon wegkommen, dass Dienstleistungs-, Gesundheits- und Verkehrsberufe gefährlich sind.

 

Roman Hebenstreit, stv. vida Vorsitzender und ÖBB Konzernbetriebsrat
roman.hebenstreit@vida.at

(Artikel erschinen in "Gesunde Arbeit", Ausgabe 4/2016)

 

 

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