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Tatort Arbeitsplatz

Mehr Personal für Öffi-Sicherheit!

Angesichts zunehmender Unsicherheit unter den Beschäftigten und alarmierender Studienergebnisse zum Sicherheitsgefühl in den Öffis geht die Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft vida mit ihrer Initiative für ArbeitnehmerInnen ,“Tatort Arbeitsplatz“, in die Offensive und macht auf ihre Forderungen für mehr Sicherheit sowie Angebote für von Gewalt betroffene Beschäftigte aufmerksam. Die Beschäftigten in Dienstleistungsberufen und im Verkehrssektor sind besonders von Gewalt am Arbeitsplatz betroffen. Laut „Tiroler Tageszeitung“ hat die die ÖBB-Personalvertretung in Tirol nach mehreren Vorfällen Alarm geschlagen und mehr Schutz und Personal gefordert. Berichte in „Kronen-Zeitung“ und „Österreich“ verweisen heute zudem auf eine neue Studie, bei der auf die Frage, „In welchen Situationen fühlen Sie sich unsicher?“ an erster Stelle „in öffentlichen Verkehrsmitteln“ genannt wird.

„Es besteht die gesetzliche Verpflichtung, dass Arbeitgeber auch für die Sicherheit ihrer Beschäftigten am Arbeitsplatz zu sorgen haben“, betont Roman Hebenstreit, Vorsitzender des vida-Fachbereichs Eisenbahn. Der ausreichende Einsatz von Personal vor allem in Verkehrs- und Dienstleistungsberufen sei eine Grundvoraussetzung, um der Gewalt wirksam vorbeugen zu können. Denn von immer weniger Personal mehr Leistung einzufordern, führe zu hohem Arbeitsdruck, Stress und manchmal auch zu Überforderung.

vida hat deshalb schon im Jahr 2009 die Initiative „Tatort Arbeitsplatz. Gib der Gewalt im Job keine Chance!“ initiiert. Nahezu jeder/e zweite Beschäftigte gebe an, im aktuell ausgeführten Beruf schon eine persönliche Gewalterfahrung gemacht zu haben. Unzählige KollegInnen seien schon Zeugin bzw. Zeuge derartiger Vorfälle gewesen. Ziehe man nur die Beschäftigten aus dem Verkehrsbereich heran, erhöhe sich der Wert auf 75 Prozent, so das Ergebnis einer bereits im Jahr 2010 von vida in Auftrag gegebenen IFES-Studie. Drei von vier Beschäftigten im Verkehrsbereich sagen somit, in der Arbeit schon einmal Opfer von Gewalt geworden zu sein. „Neben dem Schutz von Kunden und Fahrgästen braucht es deshalb auch konkrete Maßnahmen gegen Gewalt sowie Hilfe für betroffene Beschäftigte“, verweist Hebenstreit auf die Plattform der Gewerkschaft.

vida-Forderungen gegen Gewalt am Arbeitsplatz

vida fordert u. a. verbindliche Leitlinien gegen Gewalt in den Betrieben, mehr Präventionsmaßnahmen für Führungskräfte und MitarbeiterInnen, Schulung der Beschäftigten bezüglich spezifischer Gefährdungen in den jeweiligen Branchen sowie den ausreichenden Einsatz von Personal.

Die Plattform "Tatort Arbeitsplatz" wurde 2009 initialisiert. Partner ist die Gewerkschaft younion. Auf der vida-Plattform findet sich unter www.tatortarbeitsplatz.at ein Bündel an Informationen. Folgen von Gewalt für Betroffene werden genauso beschrieben wie auch Auskünfte zur rechtlichen Lage in Österreich und in der Europäischen Union (ArbeitnehmerInnenschutz) erteilt werden. Die Internetplattform lädt zudem ein, selbst gegen Gewalt aktiv zu werden bzw. die Initiative zu unterstützen und vermittelt Beratungen für Betroffene. Für Gewerkschaftsmitglieder und BetriebsrätInnen stehen spezielle Seminarangebote zum Thema zur Verfügung.

Kontakt zur Initiative über www.tatortarbeitsplatz.at bzw. Peter Traschkowitsch, Gewerkschaft vida, Projektleitung Initiative Tatort Arbeitsplatz, 1020 Wien, Johann-Böhm-Platz 1, Tel.: +43 1 534 44 79596, E-Mail: arbeitnehmerinnenschutz@vida.at

 

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