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Die Behindertenvertrauensperson - Fit für die Praxis

260 TeilnehmerInnen bei Tagung in Wien.

Unter dem Titel „Die Behindertenvertrauenspersonen – fit für die Praxis“ hat am 11. März in Wien eine Tagung stattgefunden, zu der 260 TeilnehmerInnen gekommen sind. vida, GdG-KMSfB, ÖGB Chancen Nutzen Büro und Arbeiterkammer Wien hatten zu der Veranstaltung eingeladen, um über aktuelle Entwicklungen und gesetzliche Neuerungen zu informieren  sowie Vernetzung und Erfahrungsaustausch zu ermöglichen.

Zu oft liegt in Betrieben das Augenmerk darauf, was ArbeitnehmerInnen aufgrund einer Behinderung nicht leisten können, obwohl gerade sie sich durch hohe Motivation und Verbundenheit mit dem Unternehmen auszeichnen. „Behindertenvertrauenspersonen leisten einen unverzichtbaren Beitrag, damit Menschen mit Behinderung gleichberechtigt und diskriminierungsfrei arbeiten können“, so Willibald Steinkellner, Vizepräsident der Arbeiterkammer Wien, in seiner Begrüßungsrede. „Der Arbeitsmarkt muss ohne Barrieren zugänglich und das Arbeitsumfeld frei wählbar sein, das ist eine zentrale Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben.“ 

Inklusion am Arbeitsmarkt

Auch der Vorsitzende der Gewerkschaft vida, Gottfried Winkler, strich die große Bedeutung der Behindertenvertrauenspersonen hervor: „Menschen mit Behinderung haben ein Recht auf Arbeit und das Recht, ihren Lebensunterhalt durch Arbeit selbst zu verdienen. Und dies sollte kein Almosen, sondern Selbstverständlichkeit sein. Menschen mit Behinderung sind leistungsfähige und leistungswillige und vor allem enorm engagierte und wertvolle MitarbeiterInnen. Das kommunizieren die Behindertenvertrauenspersonen in ihren Unternehmen tagtäglich." 

Die stellvertretende Vorsitzende der GdG-KMSfB, Angela Lueger nahm in ihrer Rede die Wirtschaft in die Pflicht: „Die Wirtschaft muss mehr Menschen mit Behinderung beschäftigen!  Viele Firmen zahlen lieber die Ausgleichstaxe, statt einen Behinderten aufzunehmen. Unternehmer und Manager müssen das Potential von Menschen mit Behinderung erkennen  - das voranzutreiben ist auch die Aufgabe von Arbeiterkammer und Gewerkschaften.“

Weitere Reden und Impulsvorträge kamen von Rudolf Hundstorfer, Bundesminister für Soziales, Arbeit und Konsumentenschutz, Günter Schuster, Leiter des Bundessozialamtes, und Herbert Pichler, Leiter ÖGB Chancen Nutzen Büro. Roman Wohlgemuth, Behindertenvertreter im ÖBB-Konzern, Johann Machala, Behindertenvertreter in der UniCreditGroup/Bank Austria und Friedrich Ziegler, Behindertenvertreter der Wiener Netze, ergänzten die Vorträge mit praktischen Beispielen aus ihren Unternehmen. 

Podiumsdiskussion und Arbeitskreise

Nach einer Diskussions- und Fragerunde konnten die TagungsteilnehmerInnen am Nachmittag in drei Arbeitskreisen selbst konkrete Themenfelder behandeln, nämlich „Hilfestellung für Behindertenvertrauenspersonen durch das Bundessozialamt“, „Diskriminierung? Die Bundesbehindertenanwaltschaft als Vertraute der Behindertenvertrauenspersonen“ und „Das Büro Chancen Nutzen – Nutzen für die Behindertenvertrauenspersonen“.

Die Arbeitsgruppen haben drei wesentliche Ergebnisse gebracht:

  • Gewerkschaften, Arbeiterkammer, Sozialministerium, Bundessozialamt und Bundesbehindertenanwaltschaft müssen gemeinsam noch mehr Energie in Weiterbildung und laufende Information der Behindertenvertrauenspersonen stecken.
  • Gewerkschaften, Arbeiterkammer,  Sozialministerium, Bundessozialamt und Bundesbehindertenanwaltschaft werden gemeinsam beraten, wie die Behindertenvertrauenspersonen künftig stärker  eingebunden werden können.
  • Bei den Themen Einstellungspflicht, Ausgleichstaxe und Wertschätzung müssen die Unternehmen stärker in die Pflicht genommen werden.

Zum Abschluss der Tagung wurde schließlich  der Dokumentarfilm „Mein Weg nach Olympia – auf Augenhöhe“ gezeigt.

Die Unterlagen zu den Vorträgen finden Sie im Downloadbereich.

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