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Übergriffe auf Zugpersonal stoppen

vida und Betriebsrat fordern Maßnahmen.

Im Jahr 2013 habe es 86 gewalttätige Übergriffe mit teils schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen für die Betroffenen auf  ÖBB-ZugbegleiterInnen gegeben; die Hälfte davon in Zügen in der Ostregion, schlagen Helmut Radlingmayr, Zentralbetriebsratsvorsitzender der ÖBB Personenverkehr AG und die Gewerkschaft vida Alarm. „Es ist keine Wende zum Besseren in Sicht. Heuer gab es in den ersten drei Monaten des Jahres bereits 16 tätliche Angriffe auf Bedienstete in den ÖBB-Zügen.“ Radlingmayr, selbst Aufsichtsratsmitglied, brachte deshalb im Aufsichtsrat der ÖBB Personenverkehr AG als außerordentlichen Tagesordnungspunkt einen Fragen- und Forderungskatalog zum Thema ein.

Traurige Palette der Gewalt

 Die traurige Palette der Gewalt in den ÖBB-Zügen  reiche von Anpöbelungen, Beleidigungen oder Anspucken bis hin zu schweren Attacken mit Messern, Flaschen oder auch Hacken. „Wir fordern das ÖBB-Management und die zuständige Eisenbahnaufsichtsbehörde deshalb erneut deutlich auf, endlich wirksame Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten zu ergreifen“, sagt Radlingmayr.

Übergriffe auch bei Westbahn AG problematisch

 Dass die tätlichen Angriffe keine ‚Einzelschicksale“ von ÖBB-Beschäftigten, sondern ein zunehmend lebensbedrohliches Phänomen für die Beschäftigten in allen öffentlichen Verkehrsmitteln werde, würden auch die teils schweren Übergriffe auf die Beschäftigten der Wiener Linien zeigen. Und auch die Betriebsratsvorsitzende der Westbahn AG, Manuela Schaumberger, bestätigt, dass Übergriffe im Zug auch für die Stewards der Westbahn AG ein bestehendes Problem seien. 

Mehr Personal gefordert

 Kameras in Zügen und Stationen seien zwar ein wichtiges Instrument bei der Strafverfolgung von Tätern. Menschen könne im Ernstfall aber nur rasch von dafür ausgebildeten Menschen geholfen werden, fordert Radlingmayr mehr Personal in den öffentlichen Verkehrsmitteln: „Man kann sich nicht einfach darauf verlassen, dass zufällig couragiert handelnde andere Fahrgäste anwesend sind.“       

„In den öffentlichen Verkehrsmitteln ist deshalb für ein ausreichendes Sicherheitskonzept zu sorgen. Management und Sicherheitsbehörden sind aufgefordert, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen und die gesetzlichen Vorgaben für den ArbeitnehmerInnenschutz und die Sicherheit der Fahrgäste zu gewährleisten“, so Radlingmayr.

Gewerkschaft und Betriebsrat lassen nicht locker

 Und dazu seien sie gemäß Eisenbahngesetz Paragraph 30 auch verpflichtet: „Die Eisenbahnverkehrsunternehmen (auch U-Bahn, Straßenbahn usw.) haben mit Eisenbahnaufsichtsorganen in ausreichender Zahl für Ruhe, Ordnung und Sicherheit in den Zügen, Stationen sowie auf den Stations- und Bahnhofsvorplätzen zu sorgen“, zitiert der Zentralbetriebsratsvorsitzende. „Mit diesen Forderungen werden wir nicht locker lassen. Auch jede Anpöbelung eines Beschäftigten ist bereits ein Übergriff zu viel“, betont Radlingmayr. 

ÖBB-LokführerInnen zu solidarischem „Pfeifkonzert“ aufgefordert

„Die Gewerkschaft hat die TriebfahrzeugführerInnen der ÖBB in Wien aufgefordert, die Proteste und Betriebsversammlungen der Beschäftigten der Wiener Linien für mehr Sicherheit in den Öffis mit einem ‚Pfeifkonzert‘ als deutlich hörbares Signal der Solidarität zu unterstützen“, Helmut Gruber, Wiener Vorsitzender der Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft vida. Die ÖBB-TriebfahrzeugführerInnen in Wien waren aufgerufen, um 6.30 Uhr, also zum angekündigten Ende der Betriebsversammlungen bei den Wiener Linien, in Solidarität die Makrofone der Lokomotiven mit Signal „Achtung“ eine halbe Minute lang erschallen lassen.

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