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Taten statt Nörgeln

Tourismus-Lehrlingen wieder Perspektiven bieten

„Die Zeit des Jammerns ist vorbei, jetzt müssen wir gemeinsam an den besten Lösungen für den Nachwuchs im heimischen Tourismus arbeiten“, sagt Christina Ritter, stellvertretende vida-Jugendvorsitzende. „In den vergangenen Tagen haben einige Vertreter der Arbeitgeber verbal um sich geschlagen, Probleme geleugnet und Kritik ausgeteilt, die niemandem weiterhilft. Wichtiger wäre es, den ArbeitnehmerInnen in den heimischen Tourismusbetrieben genau zuzuhören und zu versuchen, ihre Situation endlich zu verbessern“, so die Gewerkschafterin.

Leidenschaft wieder entfachen

Gerade das Hotel- und Gastgewerbe ist eine Branche, in der die Beschäftigten mit besonders viel Leidenschaft ans Werk gehen, so Ritter: „Leider wird diese Leidenschaft und Begeisterung von vielen Betrieben beinhart ausgenutzt. Dass die Euphorie der Beschäftigten dann umschlägt und wir am anderen Ende der Skala angelangt sind, braucht niemanden zu wundern.“ Ritter, die übrigens selbst aus der Tourismusbranche kommt, kritisiert, dass Arbeitgebervertreter nach wie vor die Augen vor den vielen Problemen verschließen: „Es ist beschämend, dass in einem Beruf, in dem es so viele Möglichkeiten gibt sich zu entfalten und zu entwickeln, Lehrlinge oft als billige Hilfskräfte ausgenutzt werden! Kaum jemand fördert oder geht auf ihre Talente oder ihre Leidenschaft ein. Da bleibt jede Motivation auf der Strecke.“

Schluss mit mieser Behandlung

In der Jugendabteilung der vida stehen oft die Telefone nicht still, so Ritter: „Lehrlinge melden uns illegale Überstunden, unterschlagene Trinkgelder aber auch Mobbing. Das ist leider keine Seltenheit!“ Für die Jung-Gewerkschafterin ist es überhaupt keine Frage, dass man im Hotel- und Gastgewerbe oft auf Wochenenden oder Feiertage verzichten muss: „Ja, wir müssen arbeiten, wenn andere frei haben. Das ist auch in Ordnung – aber auch hier müssen Dienstpläne mit Maß und Ziel gestaltet werden!“ Die oft schlechte Behandlung vieler Lehrlinge gepaart mit einer unzureichenden Bezahlung schafft auf Dauer keine ausgewogene Work-Life-Balance.

Lehrlinge wollen länger die Schulbank drücken

Um die dramatische Situation der Lehrlinge im Tourismus endlich deutlich zu verbessern, macht sich Ritter erneut für ‚Bildungsgerechtigkeit‘ stark: „Kärntner TourismusschülerInnen haben dieses tolle Projekt gestartet! Sie haben in ihrer Freizeit dafür Unterschriften gesammelt und die Initiative hat es mittlerweile ins Parlament geschafft. Jetzt liegt es an der Wirtschaftskammer hier endlich grünes Licht zu geben und die richtigen Schritte zu setzen, um Bildungsgerechtigkeit für alle Lehrlinge herzustellen!“. Worum geht’s? Ausnahmslos alle Lehrberufe sollen auf 1.260 Berufsschulstunden angehoben werden – bei fast 90 Prozent der Lehrberufe ist das bereits der Fall. In einem zweiten Schritt soll die tägliche Unterrichtszeit von neun auf sieben Stunden verkürzt werden. Bei einer Verkürzung der täglichen Unterrichtszeit könnten auch mehr Förderprogramme für lernschwache Lehrlinge und freie Fächer für lernstarke Lehrlinge angeboten werden.

Nachwuchs ernst nehmen

„Die Jugendlichen müssen in ihrer Ausbildung im Hotel- und Gastgewerbe endlich wieder gefördert werden! Ausbildner und Unternehmer müssen ihnen die unglaublichen Chancen, die diese Branche bietet, endlich wieder näherbringen! Sie müssen auch darauf achten, dass die Jugendlichen die praktische und auch theoretische Ausbildung bekommen, die ihnen zusteht. Dann wird die Jammerei der Branche keinen Nachwuchs zu finden, endlich Schnee von gestern sein!“, ist Ritter überzeugt.

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