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Arbeitswelt muss sicherer werden!

vida-Aktionen am Welttag für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz.

Am 28. April 2017 findet wieder der „Welttag für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz“ statt. An diesem Tag soll die Öffentlichkeit jener Menschen gedenken, die an ihrem Arbeitsplatz getötet wurden. Darüber hinaus soll der Aktionstag auf arbeitsbedingte Verletzungen und Krankheiten sowie deren Vermeidbarkeit aufmerksam machen. Die Gewerkschaft vida schließt sich mit Flashmobs und Fotoaktionen an.

Arbeitssicherheit weiter verbessern

„Europa ist beim Thema Arbeitsschutz schon sehr weit fortgeschritten, aber unsere Arbeitswelt muss noch sicherer werden“, mahnt Peter Traschkowitsch, Projektleiter der Initiative ‚Tatort Arbeitsplatz‘ in der Gewerkschaft vida. „Alleine in Österreich hat es 2016 fast 160.000 Arbeitsunfälle gegeben. Weltweit sind es 270 Millionen. Zwei Millionen Menschen sterben jährlich an den Folgen eines Arbeitsunfalls oder von Berufskrankheiten.“ Allerdings führen nicht nur Unfälle zu viel persönlichem Leid und Schmerzen, sondern auch Gewalt und Einschüchterungen am Arbeitsplatz. Hier ist dringend verbesserter Schutz für die Beschäftigten gefragt, so der Gewerkschafter: „Fast jede/r zweite Arbeitnehmerin/Arbeitnehmer gibt an, im aktuell ausgeübten Beruf schon eine persönliche Gewalterfahrung gemacht zu haben. Der Großteil davon in Form von psychischer Gewalt.“

Gewalt nicht hinnehmen

„Wir dürfen hier nicht wegschauen. Ich will die Beschäftigten in Österreich ermutigen, aktiv zu werden und Vorfälle zu melden statt zu resignieren“, so Traschkowitsch. Verbale Gewalt in Form von Hänseleien oder Verspotten werden nicht immer eindeutig als Gewalt wahrgenommen. Viele ArbeitnehmerInnen, vor allem in den Dienstleistungsbranchen und im Verkehrssektor, lassen sich verbale Gemeinheiten gefallen und glauben, sie gehören zum Job. „Nein – tun sie nicht“, stellt Traschkowitsch klar. „Wir müssen die Beschäftigten für die unterschiedlichen Formen der Gewalt sensibilisieren und ihnen Mut machen, dagegen vorzugehen, etwa mit einer Meldung beim Vorgesetzten.“

Gemeinsam mehr erreichen

Mit diesem Anliegen hat die Gewerkschaft vida im WEISSEN RING und seinem Präsidenten Udo Jesionek einen Unterstützer und Partner gefunden. „Unzureichende Information der Gewaltopfer über ihre Rechte und Unterstützungsmöglichkeiten ist das größte Problem im Bereich der Opferhilfe“, betont Jesionek. „Vielen Menschen könnte durch rechtzeitige psychologische und juristische Unterstützung größeres Leid erspart werden.“ Zu wenig Verständnis vonseiten der Führungskräfte, kaum Krisenpläne, Unterschätzung der Folgen und Risiken für Arbeitsfähigkeit und Gesundheit der Betroffenen, unklare Haftungssituationen – vor allem bei prekären Arbeitsverhältnissen – sind weitere erschwerende Faktoren.

Vor allem Frauen betroffen

Auch vor dem heurigen „Welttag für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz“ pocht Traschkowitsch darauf, dass es in Zukunft u. a. verbindliche Leitlinien gegen Gewalt in den Betrieben, mehr Präventionsmaßnahmen für Führungskräfte und MitarbeiterInnen aber auch Schulung der Beschäftigten bezüglich spezifischer Gefährdungen in den jeweiligen Branchen gibt. „Gewalt am Arbeitsplatz bedeutet in den seltensten Fällen tätliche Übergriffe. Im Arbeitsalltag passiert psychische Gewalt deutlich häufiger. Die Opfer in Österreich sind mehrheitlich Frauen! Wir müssen weiter daran arbeiten, gegen diese Formen der Gewalt vorzugehen. Psychische Gewalt wie etwa Mobbing darf in keinem Betrieb einen Platz haben oder geduldet werden“, schließt Traschkowitsch.

Wer zuschlägt, wird aus dem Verkehr gezogen

Sicherer werden wird ab September die Arbeitswelt von MitarbeiterInnen im öffentlichen Verkehr. Dann soll eine Novelle des Strafgesetzbuchs in Kraft treten. Wer Buslenker, Zugbegleiter, Straßenbahnfahrer oder Ticketkontrolleure tätlich angreift, muss künftig mit bis zu zwei Jahren Haft rechnen. Öffi-Personal wird Polizei- und Justizwachebeamten gleichgestellt, für tätliche Angriffe auf sie wird der Strafrahmen ebenfalls von bisher sechs Monaten auf zwei Jahre erhöht. vida-Vorsitzender Roman Hebenstreit begrüßt die Novelle: "Damit wird eine jahrelange Forderung der Gewerkschaft umgesetzt! Das ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung und ein deutliches Signal an die Gesellschaft. Gewalt gegen Personal in öffentlichen Verkehrsmitteln ist kein Kavaliersdelikt!"

www.tatortarbeitsplatz.at, www.weisser-ring.at, www.opfernotruf.at

 

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